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Mittwoch, 13.04.2016

Wer mordet schon in der Oberlausitz?

Der gebürtige Bautzener Sören Prescher hat ein Buch über seine Heimat geschrieben. Es ist ein Krimi und Reisebericht zugleich.

Von Kerstin Fiedler

Der Autor Sören Prescher liest am Sonntag in Bautzen.
Der Autor Sören Prescher liest am Sonntag in Bautzen.

© privat

Bautzen. Allzu oft kommt Sören Prescher nicht in seine alte Heimat. Er verließ sie 2001, um in Nürnberg zu arbeiten. Doch an diesem Wochenende hat er die Zeit, denn er ist in Bautzen, um in der Veranstaltungsreihe Literatur vorMittag eins seiner Bücher vorzustellen. „Wer mordet schon in der Oberlausitz?“ ist ein unterhaltsames Buch, das neben elf kleinen Krimis auch viele interessante Informationen und Tipps zu eben den Orten gibt, in denen die Krimis spielen. Und so entstand ein Buch, das von Kamenz bis Görlitz und von Hoyerswerda bis Kirschau den gesamten Bereich der Oberlausitz mit seinen verschiedenen Facetten bedenkt. Dabei ist es nicht nur für Touristen geeignet. Selbst die Einheimischen finden sicher den einen oder anderen Tipp aus ihrer eigenen Ecke, der ihnen ein Aha entlockt.

Schon in der Jugedzeit geschrieben

Sören Prescher ist nebenberuflich Schriftsteller. „Ich wünsche mir allerdings, dass vielleicht einmal mehr daraus wird“, sagt der 37-Jährige. Bereits als Jugendlicher und in der Schule schrieb er gern. Deshalb kam er auch zur Lokalredaktion Bautzen der Sächsischen Zeitung, für die er zwischen 1997 und 2001 Texte verfasste. Dann jedoch verließ er die Heimat. Nach seiner Ausbildung zum Großhandelskaufmann arbeitete er zunächst für eine Exportfirma. Doch die musste aufgeben, und Prescher bekam ein Angebot aus Nürnberg. Nebenbei absolvierte er ein Praktikum beim Radio, moderierte auch. Außerdem schrieb er Texte für ein Kulturmagazin. Doch hauptberuflich blieb er bis heute im kaufmännischen Bereich, verkauft Metallpulver für Beschichtungen in verschiedenen Bereichen. Das Schreiben jedoch ist seine Leidenschaft. Er veröffentlicht verschiedene Kurzgeschichten und Gedichte, später werden es Romane, vor allem im Bereich Fantastik und Thriller.

Vieles aus eigenem Erleben bekannt

Und dann kam die Idee zu einem Buch, das er gemeinsam mit der Autorin Silke Porath schrieb. „Wer mordet schon zwischen Alb und Donau?“ Schon während der Recherche zu diesem Buch fiel Prescher seine alte Heimat ein. Und so entstand adäquat die Oberlausitz-Version. „Mein Vorteil war natürlich, dass ich vieles aus eigenem Erleben kannte. Aber ich hatte auch das Glück, dass mich meine Familie unterstützt hat, auch Freunde aus Kindertagen brachten die eine oder andere Idee oder Erinnerung“, sagt Sören Prescher. Und so sind die Krimis, die in einer sehr amüsanten und zugleich spannenden Art geschrieben sind, in verschiedene Jahre verlegt worden. So erfährt der Leser aus den 70er Jahren eine Story in Kleinwelka, in Weißwasser spielt die Geschichte 1982, in Räckelwitz 1998, in Zittau 2000 und Neschwitz 2013. Alle Krimis und die Orte sind eingebunden in eine Lesereise des Autors Robert Krauss, der diese mit der Recherche zu einem neuen Buch verbindet. Und ganz nebenbei haben die beiden Autoren, auch hier schrieb er mit Silke Porath, viele nützliche Tipps zum Besuch der Oberlausitz zusammengestellt. Einzige Schwierigkeit: Einige der genannten Gaststätten gibt es leider nicht mehr. Darauf will Prescher in einem dritten Buch achten, denn der Gmeiner-Verlag, in dem die kriminell guten Freizeittipps erscheinen, wünscht sich nun Krimis aus der Sächsischen Schweiz. „Wir arbeiten dran“, sagt Sören Prescher.

Nun, die Zeit für eine ganze Lesereise hat Sören Prescher nicht. Obwohl er gern unterwegs ist, um seine Bücher selbst dem Publikum vorzustellen. „Es ist schwer, bei Veranstaltern einen Termin zu bekommen“, sagt Sören Prescher, der verheiratet ist und zu deren Familie vier Kinder zwischen fast vier und zehn Jahren gehören. Und so freut er sich auf diesen Sonntag im Burgtheater. Und hofft, den einen oder anderen Bekannten zu treffen.

Literatur vorMittag, Sonntag, 11 Uhr, Burgtheater Bautzen: „Wer mordet schon in der Oberlausitz“, Eintritt: 7 Euro, Buchpreis: 12,99 Euro.