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Mittwoch, 14.01.2015

Wer geht eigentlich zu Pegida - und warum?

Eine erste strukturierte sozialwissenschaftliche Untersuchung der Pegida-Teilnehmerschaft wurde veröffentlicht. Sie ist aber nicht ohne methodische Probleme.
Eine erste strukturierte sozialwissenschaftliche Untersuchung der Pegida-Teilnehmerschaft wurde veröffentlicht. Sie ist aber nicht ohne methodische Probleme.

© Robert Michael

Dresden. Der typische Pegida-Demonstrant ist 48, männlich, gut ausgebildet und verfügt über ein vergleichsweise gutes Einkommen. Einer Konfession oder Partei gehört er nicht an - und er stammt aus Dresden oder Sachsen.

Das sind die Ergebnisse einer ersten empirischen Untersuchung zur Zusammensetzung der Pegida-Anhängerschaft, die ein Team um den Politikwissenschaftler Hans Vorländer von der TU Dresden am Mittwoch vorgestellt hat.

Befragt wurden bei drei Demonstrationen in Dresden zwischen dem 22. Dezember und vergangenem Montag rund 400 Teilnehmer. Nicht einmal ein Viertel gab an, durch den Islam, Islamismus oder die Islamisierung motiviert zu sein. Als Hauptmotiv für die Teilnahme wurde die generelle Unzufriedenheit mit der Politik genannt.

An zweiter Stelle wird die Kritik an Medien und Öffentlichkeit genannt; an dritter Stelle folgen grundlegende Ressentiments gegenüber Zuwanderern und Asylbewerbern, dabei sind Vorbehalte gegen Muslime bzw. den Islam stark ausgeprägt.

Die Wissenschaftler schlussfolgern daraus: „Auch wenn sich Pegida dem Namen nach gegen die Islamisierung des Abendlandes wendet, sind die Kundgebungen für die Mehrheit der Teilnehmer in erster Linie eine Möglichkeit, tief empfundene, bisher nicht öffentlich artikulierte Ressentiments gegenüber der politischen und meinungsbildenden Elite zum Ausdruck zu bringen“.

Fraglich bleibt allerdings, inwieweit die untersuchte 400-Personen-Stichprobe zuverlässige Aussagen über die Gesamtheit der Pegida-Anhänger zu liefern vermag. Problematisch ist hierbei vor allem, dass eine große Zahl der „Montagsdemonstranten“ jegliche Auskunft verweigert - die Forscher gaben an, dass rund 65 Prozent der ursprünglich angesprochenen Teilnehmer eine Befragung abgelehnt hatten. (szo/dpa)

Studien-Ergebnisse im Detail