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Mittwoch, 04.10.2017

Wer baut Dohnas neue Kita?

Schon vor fünf Jahren sollte in Borthen gebaut werden. Damals wollte es die Stadt selbst tun. Nun sucht sie einen Partner.

Von Heike Sabel

Dutzende Kita-Plätze werden in Zukunft gebraucht.
Dutzende Kita-Plätze werden in Zukunft gebraucht.

© Symbolbild: dpa

Dohna. Mehr Geburten, mehr Zuzüge – mehr Kinder: Deshalb braucht Dohna bis 2022 eine neue Kindereinrichtung. So weit war man schon im Jahr 2009. Damals wurde der Bau einer Kita in Borthen beschlossen. Danach kippte jedoch eine knappe Mehrheit im Stadtrat den Beschluss. Eine Entscheidung, an die viele nicht gern erinnert werden wollen.

Diesmal soll es anders laufen. Statt selbst zu bauen, sucht die Stadt nun einen Freien Träger. Einer, der die Kita betreibt und am besten auch gleich baut. Das passiert nicht so oft. In Bannewitz wurde es jetzt praktiziert. Dort hatte die Gemeinde das entsprechende Grundstück gekauft und es per Erbbaupachtvertrag dem Investor und Träger der Einrichtung, der Thüringer Sozialakademie, überlassen.

Für die Eltern ändert das neue Modell nichts an dem, was sie für die Betreuung der Kinder bezahlen. Die Beiträge gelten für alle Kinder in allen Einrichtungen einer Stadt, eine Ausnahme machen nur rein private Kitas, die es aber in Dohna nicht gibt.

Bürgermeister Ralf Müller (CDU) sieht auch schon zwei potenzielle Kooperationspartner: Die Präzisionssysteme Schiekel haben ein ähnliches Ziel in ihrer Zukunftsvision, die Ecksteingemeinde plant seit einiger Zeit auf der Burg Dohna einen Waldkindergarten. Deren 18 Plätze aber würden Dohnas Problem nicht lösen.

Müller spricht von 36 Kindergarten-, 16 Krippen- sowie 75 Hortplätzen, die in naher Zukunft gebraucht werden. Ohne Hort ist es also eine eher kleinere Einrichtung, die sich die Stadt in Borthen wünscht. Im Krebser Fuchsbau werden derzeit 46, in der Gorknitzer Zwergenburg 64 und im Dohnaer Bummi 176 Kinder betreut. Im Hort der Dohnaer Schule sind es 200.

Außerdem plant die Stadt, künftig der Hälfte der 40 Kinder, die derzeit in Dresden betreut werden, wieder in Dohna einen Platz zu bieten. Wie lange die Landeshauptstadt die Dohnaer Gastkinder angesichts ihres eigenen Kinderbooms noch aufnehme, sei fraglich, sagt Müller. Dohnas neuer Kita-Standort soll so geplant werden, dass er später erweiterbar ist.

Die Stadtverwaltung startet nun ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren. In dem können sich Freie Träger und Investoren melden. Letztlich entscheidet der Stadtrat, welches Modell und welche Aufgabenstellung ausgeschrieben werden, zu welchen Konditionen und mit welchen Bedingungen die Aufgabe übertragen wird. Aus eigener Kraft schaffe man es auf keinen Fall, sind sich CDU, Freie Wähler und Verwaltung einig. Müller denkt, im November mehr zu wissen und Gespräche führen zu können.

Die neue Kita unter einem Freien Träger würde auch der Vielfalt in Dohna gut tun. Bisher gibt es nämlich nur kommunale Einrichtungen. Und die Kommune ist in letzter Instanz auch die, die einspringen muss bzw. einen neuen Betreiber suchen muss, wenn der Freie Träger insolvent ist oder anderweitig aufgibt. Auch das gab es schon. In Heidenau löste sich zum Beispiel vor Jahren die Elterninitiative auf, die das Kinderland betrieb. Das Christliche Jugenddorfwerk übernahm die Kita und gab ihr den Namen Wurzelzwerge.