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Freitag, 18.05.2018

Wenn der Bote nicht klingelt ...

Von Hagen Linke

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Zur Vorführung der Anlage holte Lebensräume-Vorstand Axel Fietzek die Zugangsdaten für die Genossenschafter aus der Paketbox. Mieter wie Ruth Schnee können nun das Angebot testen.Fotos: Hagen Linke
Zur Vorführung der Anlage holte Lebensräume-Vorstand Axel Fietzek die Zugangsdaten für die Genossenschafter aus der Paketbox. Mieter wie Ruth Schnee können nun das Angebot testen.Fotos: Hagen Linke
  • Zur Vorführung der Anlage holte Lebensräume-Vorstand Axel Fietzek die Zugangsdaten für die Genossenschafter aus der Paketbox. Mieter wie Ruth Schnee können nun das Angebot testen.Fotos: Hagen Linke
    Zur Vorführung der Anlage holte Lebensräume-Vorstand Axel Fietzek die Zugangsdaten für die Genossenschafter aus der Paketbox. Mieter wie Ruth Schnee können nun das Angebot testen.Fotos: Hagen Linke

Die Situation ist sicher bekannt: Der Paketdienst klingelt, aber es wird keine Lieferung erwartet. Stattdessen hat er die Bitte, etwas für die Nachbarn entgegenzunehmen. Oder ein Zettel liegt im Briefkasten, man möge seine Sendung am nächsten Tag irgendwo abholen. Das alles könnte bald Geschichte sein, wenn sich ein Dienst etabliert, den die Lebensräume-Wohnungsgenossenschaft am Mittwoch in der Albert-Schweitzer-Straße 34 vorgestellt hat:

Rund 15 000 Euro hat das System der Firma Renz gekostet. Es verfügt über 17 unterschiedlich große Fächer. Schlüssel sind nicht notwendig, jedoch ein Internet-Zugang. Mithilfe eines Smartphones und der App des Betreibers können die Fächer geöffnet werden. Der Bote muss künftig also nicht mehr klingeln, sondern legt die bestellte Ware in einer Paketkastenanlage ab. Sobald das geschehen ist, bekommt der Kunde eine Nachricht. Lebensräume-Vorstand Axel Fietzek holte am Mittwoch die Zugangsdaten für die Anwohner aus einem der Fächer. Für den Dienst muss man sich beim Anbieter registrieren. „Wir sind in der Testphase“, sagte Fietzek über den neuen Service, der die Nutzer ab Juli zwei Euro pro Monat kostet. Wird eine Sendung nach 30 Tagen nicht abgeholt, werden die Lebensräume informiert. Unterstützt werden die Dienste DHL, dpd, GLS und Hermes. „Die System-Offenheit ist wichtig“, sagte Fietzek. Die Anlage ist gedacht für Mieter in rund 450 Wohnungen in der Schweitzerstraße 9/11, 30 bis 36 sowie der Heimstraße 17 bis 22. Sie kann bei Bedarf im Baukastensystem erweitert werden.

Zahlreiche Mieter waren am Mittwoch zum Termin erschienen.„Ich habe zwar ein neues Handy, komme aber noch nicht so richtig damit klar“, sagte Ruth Schnee. Auf jeden Fall findet die Mittsiebzigerin die technischen Möglichkeiten interessant. Die Lebensräume beraten zu Details unter anderem bei ihrem Concierge-Dienst in der Straße des Friedens 1 bis 3.

Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten für solche Systeme. In Großstädten werden für Online-Käufer ähnliche Stationen zum Lebensmitteleinkauf erprobt. Diese verfügen über mehrere Temperaturzonen.

Axel Fietzek musste am Mittwoch auch nicht lange nach seinem Regenschirm suchen. Nachdem der Regen aufgehört hatte, hatte sein Kollege Jens Schönwälder ihn vorsorglich in einem der Paketfächer deponiert. Und schnell war er wieder da. Fiezek sah auf seinem Smartphone, dass eine Lieferung eingegangen ist und öffnete – wie von Zauberhand – die Boxen-Tür.