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Montag, 23.11.2015

Weniger Zulauf bei Pegida

Ungeachtet des winterlichen Wetters versammelte sich Pegida auch an diesem Montag in Dresden. Allerdings kamen weniger Teilnehmer.

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Die Demo zieht am noch nicht eröffneten „Dresdner Striezelmarkt“ vorbei.
Die Demo zieht am noch nicht eröffneten „Dresdner Striezelmarkt“ vorbei.

© dpa

  • Die Demo zieht am noch nicht eröffneten „Dresdner Striezelmarkt“ vorbei.
    Die Demo zieht am noch nicht eröffneten „Dresdner Striezelmarkt“ vorbei.
  • Lutz Bachmann auf der Pegida-Bühne.
    Lutz Bachmann auf der Pegida-Bühne.
  • Pegida-Anhänger auf dem Theaterplatz hören sich Bachmanns Rede an.
    Pegida-Anhänger auf dem Theaterplatz hören sich Bachmanns Rede an.
  • Anschließend zog Pegida durch die Stadt.
    Anschließend zog Pegida durch die Stadt.

Dresden. Pegida ist am Abend erneut durch die Innenstadt gezogen. Lutz Bachmann, Mitbegründer der rechtspopulistischen Bewegung, eröffnete den Abend auf dem Theaterplatz mit einem Rundumschlag. Die angesprochenen Themen reichten von Xavier Naidoo, über die verfehlte Politik und Flüchtlinge bis hin zu den Medien. Nachdem eine Gastrednerin aus Ungarn auf der Bühne stand, machten sich die Pegida-Anhänger zu ihrem so genannten „Spaziergang“ auf.

Konnte Pegida nach Angaben der Studentengruppe „Durchgezählt“ letzte Woche noch etwa 8 000 Menschen mobilisieren, waren es am Montag bis zu 5 500 Teilnehmer. Auch SZ-Reporter vor Ort schätzten, dass Pegida deutlich weniger Menschen anzog als noch vor einer Woche.

Wie die Polizei mitteilte, kam es zu einem Zwischenfall: In der Nähe des Theaterplatzes wurde ein russisches Fernsehteam von Pegida-Teilnehmern angegriffen. Ein Kameramann (43) wurde verletzt, die Beamten konnten einen 28-jährigen Verdächtigen stellen. Lutz Bachmann beeilte sich, diese Tat nach der Demonstration zu verurteilen. So etwas gehe gar nicht, sagte der Pegida-Chef. Er kündigte anschließend für den kommenden Montag den belgischen Politiker Philip Dewinter als Redner an. Weitere „hochkarätige“ Gäste sollen in den folgenden Wochen kommen. Wer genau das sein soll, ließ Bachmann offen.

Auch eine Gegenveranstaltung gab es: Um 18 Uhr starteten die „Genervte Einwohner protestieren gegen Intoleranz Dresdner Außenseiter“ (Gepida) am Postplatz. Von hier aus zogen mehrere Hundert Teilnehmer zunächst zum Schloßplatz und dann weiter über die Marienbrücke zum Bahnhof-Neustadt.

FDP fordert Adventsruhe

Die wöchentlichen Demonstrationen in Dresden riefen nun auch den örtlichen FDP-Kreisverband und die Jungliberale Aktion auf den Plan, die Pegida in einer Pressemitteilung zum Advents- und Weihnachtsfrieden aufforderten. Die Atmosphäre an Montagen sei angespannt und nicht einladend, weshalb Händler und Gastronomen rückläufige Gäste- und Kundenzahlen registrierten. Dresden dürfe nicht von der Weihnachts- zur Demo-Hauptstadt werden.

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Bachmann bescheinigte auf Facebook der FDP auf Kommunalebene zwar eine „gute Arbeit“, stellte aber mehrere Gegenforderungen auf, die angesichts der derzeitigen politischen Bedeutung der FDP wohl kaum erfüllbar sein dürften. Seine Forderungen wiederholte Bachmann dann am Abend auf der Demonstration.

Nun auch sonntags Demonstrationen

Außerdem spricht gegen eine Adventsruhe, dass neben den montäglichen Pegida-Demonstrationen nun auch die Initiative „Wir sind Deutschland“ (WsD) bis Weihnachten jeden Sonntag auf dem Theaterplatz demonstrieren will. Die WsD aus Plauen mobilisiert seit August im Vogtland Tausende gegen die Asylpolitik. Sie bezeichnet sich als „kooperativer“ als Pegida. (szo)