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Donnerstag, 15.04.2010

Wempe beginnt mit Neubau in Glashütte

Die Uhrenfirma Wempe errichtet einen Zweckbau – aber für besondere Ansprüche. Die Baustelle hat ihre Tücken.

Von Franz Herz

Glashütte. Der Neubau der Uhrenfirma Wempe in Glashütte beginnt. Die SZ erläutert, wie der Bauablauf geplant ist, welche Besonderheiten der Bau hat, was Wempe gestalterisch vorhat und wer dort arbeitet.

Nach dem Spatenstich rollt nächste Woche der Bagger

Gestern haben Bauherr Gunter Teuscher, Betriebsleiter der Wempe Chronometerwerke in Glashütte, Architekt Dirk Berner und Bauunternehmer Andreas Zimmermann die letzten Einzelheiten für den Neubau besprochen. Wempe hat dieses Treffen für einen symbolischen ersten Spatenstich genutzt. Dazu hat die Firma auch Glashüttes Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) eingeladen.

Am Montag richtet die Baufirma Zimmermann die Baustelle ein. Am Mittwoch wird der Bagger anrollen und die Baugrube ausheben. „Wir hoffen jetzt auf einen trockenen Sommer“, sagt Dirk Berner. Der Hamburger Architekt arbeitet schon lange für die Firma Wempe. Nach seiner Planung kann Anfang Juli das Richtfest gefeiert werden. Bis Dezember soll das Gebäude bezugsfertig sein. „Wir ziehen dann aber nicht gleich mitten im Weihnachtsgeschäft ein, sondern erst im Januar 2011“, sagt Teuscher.

Die Sternwarte bleibt für Wempe im Mittelpunkt

Architekt Berner sagt: „Der Neubau wird ein moderner Bau für moderne Zeiten.“ Der neue Bau steht neben der Sternwarte und weist auf diese hin. Sie bleibt das zentrale Gebäude von Wempe in Glashütte.Die Firma Wempe stellt auch bei einem Zweckbau besondere Ansprüche. Farben und Formen sind so gewählt, dass Besucher aus anderen Städten und Ländern sofort erkennen: Wir sind bei Wempe. „In die Teeküche für die Mitarbeiter legen wir einen Echtholzboden“, nennt Teuscher ein Beispiel. In diesem Raum will Wempe auch Kunden empfangen. Sie können von dort ins Freie auf die Terrasse treten, zur Sternwarte und ins Müglitztal blicken.

Platz für 25 neue Mitarbeiter entsteht

Wempe behält seine bisherigen beiden Standorte in Glashütte – die Sternwarte und die Werkstatt in der Altenberger Straße. Der Neubau schafft zusätzliche Möglichkeiten. Bisher beschäftigt Wempe 32 Mitarbeiter. Der Neubau bietet 25 weitere Arbeitsplätze. „Die werden wir je nach Bedarf besetzen“, kündigt Teuscher an.

Auf zwei Etagen entstehen 566 Quadratmeter Nutzfläche. Die Ausbildung für insgesamt zwölf Lehrlinge wird in das Obergeschoss ziehen. Montagearbeitsplätze und der Bereich für die Repräsentation entstehen hier. Es soll auch die Möglichkeit geben, Vorträge zur Astronomie anzubieten. Unten finden die Teilefertigung sowie die Produktion von Großuhren und Marinechronometern Platz. Rund 2,2 Millionen Euro investiert Wempe in Bau und Ausstattung.

Schmale Wege führen zu der Baustelle

Der Bauplatz über den Höhen von Glashütte hat auch seine Tücken. Der einzige Weg von der Stadt führt durch eine enge Bahnüberführung, durch die keine großen Lkws passen. Dann steigt er einspurig um fast hundert Meter in die Höhe. „Wir werden alle großen Bauteile von Dittersdorf her anliefern“, sagt Andreas Zimmermann, dessen Firma Generalunternehmer für das Projekt ist. Von Dittersdorf führt ein befestigter Feldweg zur Sternwarte. Aber auch dort kann es noch eng werden. Denn die Firma Großmann will ebenfalls zu bauen beginnen und sie nutzt die selben schmalen Wege.