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Welcher Dämmstoff ist der richtige? Und sollte man überhaupt noch dämmen?

Um hier Antworten zu finden, ist es wichtig, sich Fakten anzuschauen: Wärmedämmung unterliegt einem physikalischen Prinzip. Sie reduziert den Wärmedurchgang durch ein Bauteil wie die Wand auf ein Minimum und gehört daher heute zum energieeffizienten Bauen dazu.

02.10.2017

ämmstoff ist der richtige? Und sollte man überhaupt noch dämmen?
Foto: FPX-Fachvereinigung Polystyrol-Extruderschaumstoff/akz-i

Grundsätzlich ist unumstritten: Um den Energiebedarf eines Hauses signifikant zu senken und in keine überdimensionierte teure Heizungsanlage investieren zu müssen, muss man das Haus fachgerecht dämmen. Außer man heizt sein Geld gern zum Fenster heraus.

Einen Dämmzwang aber, wie es in den Medien gern fälschlicherweise berichtet wird, gibt es nicht. Zwar schreibt die Energieeinsparverordnung (ENEV) von 2014 vor, dass Warmwasserleitungen und Dachböden gedämmt werden müssen, ansonsten aber bleibt die ENEV technologieoffen. Sprich, ein Bauherr kann seine Fassade dämmen - muss es aber nicht. Die von der ENEV vorgeschriebenen Effizienzwerte können auch mit anderen Maßnahmen wie auch unterschiedlichen Dämmstoffen erreicht werden.

Naturdämmstoffe werden künftig immer stärker zur Anwendung kommen. Das ist die gute Nachricht. Der Nachteil ist, sie sind in der Langzeiterfahrung nicht erprobt - etwa wie feuchteresistent und formstabil sie nach zehn Jahren noch sind. Und Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen enthalten Brandschutzmittel und Biozide - das Problem ist noch nicht gelöst, insbesondere das der Brennbarkeit.

Auch kann man eine Bodenplatte oder einen Dachgarten nicht mit Naturdämmstoffen dämmen. Hier wird ein Dämmstoff benötigt, der enormen Druck aushält, wasserresistent ist und sehr lang hält - wie Glasschaum oder XPS (Extruderschaum). Dass XPS ein Schaumstoff ist, muss ökologisch nicht als problematisch gesehen werden. Der Extruderschaum hat eine sehr geringe Materialdichte: Er besteht zu 98 Prozent aus Luft, nur 2 Prozent macht der Erdöl-Anteil aus. Bei sehr geringem Materialeinsatz unterstützt der Dämmstoff ein Haus-Leben lang die Energieeinsparung ohne Leistungsverluste. Daher kann das Material in der Ökobilanz mit alternativen Dämmstoffen mithalten - nachzulesen auch in den unabhängig erstellten Umweltproduktedeklarationen (EPD).

Kommen wir hier auch gleich zum heiß diskutierten Thema Brand, das „Herzstück“ der Dämmkritiker. Wenn man sich vor Augen hält, dass statistisch gesehen nur bei 0,0025 Prozent aller rund 200.000 jährlichen Brände in Deutschland - jeder freilich einer zu viel - Dämmung überhaupt eine Rolle spielt, drängt sich der Eindruck auf, das Thema sei ein mit Blick auf die Auflage kalkulierendes Mediengeschäft mit der Angst. Auch gibt es immer die Möglichkeit, seine Fassade mit nicht brennbaren Dämmmaterialien wie Mineralwolle auszustatten.

Um beim Beispiel Mineralwolle zu bleiben: Das Material eignet sich sehr gut zur Fassadendämmung, auch wenn es generell etwas kostspieliger ist. Mineralwolle wiederum ist nicht geeignet, um unter der Bodenplatte verlegt oder bei Gründächern, Dachterrassen und Dachgärten eingesetzt zu werden. Für diese Bereiche haben Glas- oder Extruderschaum Zulassungen. Generell gilt: Sie finden in der Deklaration immer den Hinweis darauf, für welche Einsatzbereiche eine Normung oder eine baurechtliche Zulassung besteht.

Gründächer liegen im Trend und sind teilweise bereits Standard bei öffentlichen Gebäuden: Zahlreiche Kommunen und die KfW fördern Dachbegrünungen mit speziellen Programmen, denn die grünen Inseln sind Ruheoasen und oftmals wertvolle Ökotope zugleich. Auch hier kann man nicht mit Naturdämmstoffen arbeiten, denn die Dämmung muss garantieren, dass sie Feuchte aushält. Legt man zusätzlich ein Gründach auch noch als Umkehrdach an - die Dämmung wird auf der sensiblen Dachhaut verlegt und schützt diese-, so verlängert man die Lebensdauer des Daches um das Doppelte, was enorme Kosten spart und zudem umweltfreundlich ist.

Wer bei allem Für und Wider dennoch unsicher ist, welche Dämmmaßnahme für das eigene Haus sinnvoll ist, kann einen Energieberater beauftragen. Wichtig ist hierbei, einen geschulten und unabhängigen Experten zu finden. Für die Beratung wird bei Ein- bis Zweifamilienhäusern sogar ein staatlicher Zuschuss von bis zu 800 Euro gewährt. Die Beauftragung ist ein Kinderspiel: Denn die meisten Energieberater stellen hierfür gleich selbst den Antrag.

Weitere Informationen finden Sie unter dem weiterführenden Link.

www.xps-waermedaemmung.de