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Donnerstag, 15.02.2018

Welche Straßen Neukirch sanieren möchte

Der Gemeinderat beschließt ein knapp drei Millionen schweres Investitionsprogramm bis 2021. Jedoch unter Vorbehalt.

Von Ingolf Reinsch

Der Neukircher Dorfweg ist in einem schlechten Zustand. Die Gemeinde will das ändern. Für dringende Reparaturen wurden 18000 Euro ins Straßeninstandhaltungsprogramm der Gemeinde aufgenommen. Zugleich laufen in diesem Jahr die Planungen für einen grundhaften Ausbau.
Der Neukircher Dorfweg ist in einem schlechten Zustand. Die Gemeinde will das ändern. Für dringende Reparaturen wurden 18 000 Euro ins Straßeninstandhaltungsprogramm der Gemeinde aufgenommen. Zugleich laufen in diesem Jahr die Planungen für einen grundhaften Ausbau.

© Steffen Unger

Neukirch. Wer mit dem Auto auf dem Dorfweg in Neukirch fährt, unterzieht die Stoßdämpfer seines Fahrzeuges einem Härtetest. Stellenweise sei das unzumutbar, stimmten Gemeindevertreter dem Anliegen einer Anwohnerin zu, als der Gemeinderat kürzlich über das Straßenbauprogramm für die Jahre 2018 bis 21 beriet. Die Gemeinde beabsichtigt, den Dorfweg zwischen Bahnhof- und Steinhübelstraße zu sanieren. In diesem Jahr soll geplant, im nächsten Jahr gebaut werden. Um die Situation bis dahin zu entspannen, entschied der Gemeinderat, für dieses Jahr 18 000 Euro für Instandsetzungsarbeiten im genannten Bereich bereitzustellen.

Für insgesamt 2,817 Millionen Euro will die Gemeinde Neukirch bis zum Jahr 2021 Straßen sanieren beziehungsweise neu bauen, Fußwege verbessern und die Straßenbeleuchtung erneuern. Das sieht das jetzt fortgeschriebene Straßenbauprogramm vor. Zu den großen Investitionen in diesem und im nächsten Jahr gehören der Neubau von zwei Straßen, um in der Ortsmitte zwei neue Wohngebiete erschließen zu können, die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes auf der Pfarrgasse, der Ausbau des Weberweges, der Bau einer Verbindungsstraße zwischen dem Gewerbegebiet Am Bönnigheimer und der Lindenallee sowie die Erneuerung der Beleuchtung zwischen Poststraße und Ostbahnhof.

Im Jahr 2019 will die Gemeinde darüber hinaus an der Valtenbergzufahrt weiter bauen. Für 2020 stehen unter anderem der zweite Bauabschnitt auf der Pfarrgasse zwischen B 98 und Bruno-Stiebitz-Straße sowie der Erschließungsbeginn des neuen Gewerbegebietes „Wesenitzaue“ im Programm. Die Planungen dafür laufen größtenteils schon im Jahr zuvor.

Bedarf größer als die Mittel

Hinzu kommen Instandhaltungen auf den kommunalen Straßen – jedes Jahr ein sechsstelliger Betrag. Trotzdem ist der Bedarf größer als die Mittel. „Wir müssen deshalb Prioritäten setzen“, sagt Bauamtsleiterin Cornelia Würz-Lehmann. Größtes Vorhaben hier ist in diesem Jahr die Oberflächensanierung auf der August-Bebel-Straße. Für 2019 sind umfangreiche Arbeiten auf der Weststraße, für 2020 eventuell eine Erneuerung des Straßenbelages auf der Oststraße vorgesehen.

Hinzu kommen als jährliche Pauschalen 10 000 Euro für Reparaturleistungen an der Straßenbeleuchtung, 8 000 Euro für Reparaturmaterial, das der Bauhof braucht, und 3 000 Euro für den Ersatz von Verkehrszeichen. Für die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen der zahlreichen Brücken im Dorf plant die Gemeinde in diesem und im nächsten Jahr jeweils 10 000 Euro ein. Weitere 21300 Euro sind in beiden Jahren für zwingend notwendige Fugensanierungen vorgesehen.

Baupläne für die B 98


Das Investitionsprogramm steht unter mehreren Vorbehalten. Dazu gehört, dass Fördergelder bewilligt werden. Hinzu kommt die Frage, ob ausreichend Baukapazitäten zur Verfügung stehen. Die Auftragsbücher der meisten Baubetriebe sind proppenvoll. „Es wird immer schwerer, Firmen zu bekommen“, sagt Cornelia Würz-Lehmann. Auch fehlende Klarheit beim Breitbandausbau könnte Grenzen setzen. „Es hat ja keinen Sinn, eine Straße zu sanieren, wenn das Glasfaserkabel noch nicht verlegt ist bzw. man nicht weiß, welche Art von Leerrohr man dafür verlegen muss“, sagt Bürgermeister Jens Zeiler.

Die Gemeinde Neukirch ist für ein rund 40 Kilometer langes Straßennetz verantwortlich. Was auf der wichtigsten Straße im Ort, der B 98 passiert, obliegt dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Dieses arbeitet an Plänen, den reichlich einen Kilometer langen Abschnitt zwischen der Alten Eisengießerei und dem Forstweg auszubauen. Für die Erneuerung von Fußweg und Straßenbeleuchtung zahlt die Gemeinde. Doch mit einem baldigen Baubeginn ist noch nicht zu rechnen. Das Lasuv arbeitet am Vorentwurf, der über den Sommer fertiggestellt werden soll, sagte Sprecherin Isabel Siebert. In dieser frühen Planungsphase könne man noch keine Prognose zu Baukosten und einem eventuellen Baubeginn geben. Erst wenn Baurecht besteht, wird der Freistaat das Vorhaben in seinen Haushalt einordnen.