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Mittwoch, 11.10.2017

Welche Arbeiten am Berzdorfer See jetzt noch bevorstehen

Etwa sechs Millionen Euro stecken in der Blauen Lagune. Vieles ist dieses Jahr geschafft worden. Aber die Baumaschinen stehen noch nicht still.

Von Susanne Sodan

Andreas Hennig erkundet den See und informiert sich an den neu errichteten Tafeln. Etwa sechs Millionen Euro sind bisher in die Erschließung der Blauen Lagune geflossen. Zum großen Teil sind all die Projekte an der Lagune vom Bergbau und der Landesdirektion gefördert worden.
Andreas Hennig erkundet den See und informiert sich an den neu errichteten Tafeln. Etwa sechs Millionen Euro sind bisher in die Erschließung der Blauen Lagune geflossen. Zum großen Teil sind all die Projekte an der Lagune vom Bergbau und der Landesdirektion gefördert worden.

© Matthias Weber

Schönau-Berzdorf. Die Schönau-Berzdorfer arbeiten schon mal für nächstes Jahr vor. Eigentlich sollten die drei großen Parkplätze, die dieses Jahr an der Blauen Lagune entstanden sind, genug sein. 560 Stellflächen. „Mehr können und mehr wollen wir auch nicht bauen“, hatte Schönau-Berzdorfs Bürgermeister Christian Hänel (parteilos) im Sommer gegenüber der SZ gesagt. Jetzt schimmert es hinter Parkplatz 3 – der, der am weitesten vom Strand entfernt liegt – gelb-braun. Frischer Sandboden. Doch ein vierter Parkplatz? Nein und ja. „Das wird unser Ausweichparklatz“, sagt Christian Hänel. An zwei Wochenenden und einem besonders schönem Wochentag im Sommer waren die 560 Stellflächen einfach nicht genug, Parkchaos entstand. Solchen Fällen will Schönau-Berzdorf künftig mit der Ausweichfläche vorbeugen. „Das kostet uns auch nichts“, sagt Hänel. Die Fläche bekommt weder Asphalt noch Begrünung oder Markierungen. Im nächsten Sommer können dort aber bis zu Hundert weitere Autos Platz finden.

Parken hoch drei: Was dieses Jahr geschafft wurde

Die drei Parkplätze sind nur ein Teil dessen, was dieses Jahr an der Blauen Lagune geschafft wurde. Das Ziel lautete: Erschließung des Ufers. Begonnen hatten die Arbeiten dafür bereits 2016. Seitdem sind in den Boden über weite Strecken Medien wie Strom, Telefon, Wasser verlegt worden. Parallel dazu entstanden die drei Parkplätze, außerdem ein Infogebäude mit Buswarteraum und Toiletten. Außen an dem Gebäude und bei den Parkplätzen hängen insgesamt vier Automaten für Parkkarten. Die sind Teil des neuen Parkleitsystems, genauso wie die Anzeigetafel neben dem Infohaus und die Schranken an den Parkplätzen. Das Parkleitsystem sollte eigentlich vor Monaten in Betrieb gehen. „Aber wir haben jetzt etwa ein halbes Jahr Verzögerung“, sagt Christian Hänel. Deshalb hatte die Gemeinde im Sommer noch einmal auf die alte Variante gesetzt: Die Besucher mussten ihre Parkgebühren bei Gemeindemitarbeiter Udo Schmidt an der Strandzufahrt entrichten. Die Verzögerung hatte viele Gründe. Angefangen hatte es bereits mit schwierigen Bodenverhältnissen bei der Medienverlegung. Im Sommer dieses Jahres fehlte dann eine wichtige Kleinigkeit: die Beschilderung, ohne die die Parkplätze nicht freigegeben werden konnten. Mittlerweile stehen die ersten Schilder, „die übrigen kommen jetzt“, sagt Hänel. Weitere Punkte waren zu klären: Das Parkleitsystem funktioniert über die Telefonleitung. Die musste – und muss noch immer – freigeschaltet werden. „Das ist ein bisschen wie die unendliche Geschichte.“ Für die Freischaltung wiederum musste die Gemeinde die neue Adresse des Infogebäudes beim Landkreis anmelden. Dann noch mit der Sparkasse abklären, dass die Gäste ihre Parktickets auch mit EC-Karte zahlen können... In den kommenden Tagen sollen die Münzer nun Betrieb gehen, hofft Hänel. Dass das nun erst nach der Saison passiert, ärgere ihn aber nicht, sagt er. Finanziell mache es keinen großen Unterschied, ob die Parkgebühren per Hand oder Automat eingenommen werden. Jetzt, bis zum nächsten Sommer, könne man in Ruhe testen, ob alles funktioniert.

Kreiseln und Segeln: Was dieses Jahr noch passiert

Bis Ende des Monats bekommt das neue Gelände an der Lagune noch eine Videoüberwachung. Die sei schon alleine deshalb nötig, weil die Versicherung der gesamten Anlage damit günstiger wird. „Und die Polizei freut es im Fall der Fälle bestimmt auch“, sagt Hänel. Den Fall der Fälle gab es erst vor Kurzem, als Unbekannte an der neuen Tauchritzer Straße 18 LED-Straßenlampen gestohlen haben. Die waren neu und noch nie in Gebrauch. Denn die Tauchritzer Straße ist noch im Bau. Ebenfalls ein Projekt, das noch dieses Jahr fertig werden soll: Zur Erschließung der Lagune gehört auch die Anbindung ans Verkehrsnetz. Dafür wird die neue Tauchritzer Straße von der Lagune bis zur Staatsstraße 128 ausgebaut. Enden wird sie in einem Kreisverkehr, der ebenfalls gerade entsteht. Die Arbeiten liegen im Plan, sagt Christian Hänel. Im November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, der Verkehr wird bis dahin umgeleitet.

Keine Umleitung braucht es dagegen für den Bau der Zufahrststraße zum Segelstützpunkt am Seeufer. Auch dieser kleinere Weg soll bis Wintereinbruch geschafft sein. „Dann haben wir den Segelstützpunkt auch erschlossen“, sagt der Bürgermeister. „Die vierte Sache, die wir noch umsetzen wollen, ist die Tausender-Rohrleitung zum Ufer“, erzählt er. Die wird gebaut, um das Oberflächenwasser von Lagune und Neuberzdorfer Höhe in den See zu befördern. „Es hört sich nach einer kleinen Sache an. Aber dafür wird nochmal ordentlich gebaut“, sagt Hänel. Kostenpunkt für die Rohrleitung: rund 220 000 Euro. Fehlt noch Punkt Nummer 5: Die Blaue Lagune wird über eine mehrere Kilometer lange Druckleitung mit dem Klärwerk Kiesdorf verbunden. Schon lange. Die Arbeiten sind in Verzug geraten, einmal mehr wegen der Bodenverhältnisse. „Wir haben vorher natürlich ein Gutachten erstellen lassen“, sagt Hänel. Laut dem Gutachten war mit rund 560 Metern Felsboden zu rechnen. Tatsächlich sind es rund 1,2 Kilometer. Die Verzögerung – und die Kostenerhöhung – hatten im Schönau-Berzdorfer Gemeinderat für Unmut gesorgt. Bis Ende des Jahres soll die Rohrleitung aber in der Erde sein.

Neue Bäume und neue Aufgaben: Was für nächstes Jahr bleibt

Durch die Bauarbeiten an der Lagune muss Ausgleich für die Natur geschaffen werden. „Das machen wir an drei Stellen“, erklärt Hänel. Zwei nicht mehr bewirtschaftete Wiesenflächen von Agrarwirten werden nächstes Jahr mit mehreren Tausend Bäumen bepflanzt. Außerdem wird an der Neuberzdorer Höhe ein Stück Bergbaugebiet renaturalisiert. „Es geht um das Gebiet um einen ehemaligen Feuerlöschteich, der damals für den Bergbau gebaut wurde“, erklärt der Bürgermeister. Ein Tümpel soll bestehen bleiben, „aber die ganze Technik kommt raus.“ Neuberzdorfer Höhe, die ist ohnehin ein Stichwort für das nächste Jahr. Dort sind unter anderem ein Golfplatz und eine Ferienanlage geplant. Damit diese Projekte ins Rollen kommen, muss die Neuberzdorfer Höhe erschlossen werden. „Es geht immer weiter.“