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Freitag, 08.12.2017

Weihnachtsgeschenke vom Verkehrsverbund

Der neue Fahrplan verbindet Ottendorf besser mit Dresden. Und zur Zukunft des Nordbahnhofs gibt es klare Meinungen.

Von Nadine Steinmannund Jens Fritzsche

Geht es nach den Ottendorfer Entscheidungsträgern wird der Nordbahnhof künftig nicht mehr angesteuert. Stattdessen sollen vom Südbahnhof aus nur noch Busse bis nach Königsbrück rollen. Der Verkehrsverbund Oberelbe hat allerdings andere Pläne.
Geht es nach den Ottendorfer Entscheidungsträgern wird der Nordbahnhof künftig nicht mehr angesteuert. Stattdessen sollen vom Südbahnhof aus nur noch Busse bis nach Königsbrück rollen. Der Verkehrsverbund Oberelbe hat allerdings andere Pläne.

© Thorsten Eckert

Ottendorf-Okrilla. Da sind die ersten Wünsche der Ottendorfer schneller erfüllt, als wohl so manch einer dachte! Denn der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) hat ab diesem Sonntag einen neuen Fahrplan am Start! Und der ermöglicht es den Bürgern der Großgemeinde – besonders jetzt in der Weihnachtszeit – optimaler zum Geschenke-Shopping oder zum Striezelmarkt-Bummeln nach Dresden zu gelangen. Denn vor allem auf der Strecke zwischen der Landeshauptstadt und Königsbrück hat der VVO Handlungsbedarf gesehen.

So dürften sich vor allem diejenigen freuen, die nach dem Feierabend besonders lang in der Elbmetropole herumschlendern. Denn um 21.45 Uhr startet ab dem kommenden Montag – immer wochentags – zusätzlich am Neustädter Bahnhof ein Zug. Diese neue Verbindung schließt eine enorme Lücke im Fahrplan. Denn momentan gilt: Entweder es geht 20.33 Uhr zurück nach Ottendorf oder eben erst 23.07 Uhr.

Im Gegenzug hat der VVO aber auch die Schichtdienste des Ottendorfer Gewerbegebietes beachtet, in dem immerhin rund 3 000 Beschäftigte tagtäglich ihr Geld verdienen. So startet 22.39 Uhr ab Königsbrück ein Zug in Richtung Dresden und bietet damit eine Heimfahrtmöglichkeit für die Spätschicht-Mitarbeiter. Eine weitere Neuerung des VVO: Auch an den Sonnabenden fahren die Züge künftig im Stundentakt. An den Sonntagen bleibt es allerdings beim Zwei-Stunden-Takt. Zusätzlich fahren nach Angaben von VVO-Sprecher Christian Schlemper mit der Einführung des neuen Fahrplanes zwei Züge der Linie bis zum Dresdner Hauptbahnhof. Eine dieser Fahrten führt von dort sogar direkt weiter bis nach Altenberg. Eine Verbindung, die besonders alle leidenschaftlichen Schneehasen unter den Ottendorfern begeistern dürfte.

Verkehr wurde untersucht

Die Taktverdichtung des Zuges, vor allem am Wochenende und in den Abendstunden, als dringender Wunsch der Ottendorfer ist somit erfüllt. Doch tatsächlich hatten einige Gemeinderäte im Rahmen eines Arbeitskreises noch weitere Forderungen erarbeitet. Eine zentrale Idee – die ebenfalls der Gewerbeverein der Gemeinde zu Papier gebracht hat – war, dass die Zugverbindung am Ottendorfer Südbahnhof endet. Von dort aus sollten Busse das Königsbrücker Stadtzentrum anfahren.

Für den Verkehrsverbund Oberelbe ist aber eigentlich klar, dass der Zug auch künftig bis nach Königsbrück weiterrollt – und damit auch den Ottendorfer Nordbahnhof weiterhin ansteuert. „Wir sprechen uns jedenfalls eindeutig für den Zug bis Königsbrück aus“, sagt VVO-Sprecher Christian Schlemper und verweist auf entsprechende Verkehrsuntersuchungen. „All diese Untersuchungen haben gezeigt, dass es sinnvoll ist, die Eisenbahn zu beschleunigen und auch weiterhin bis nach Königsbrück fahren zu lassen.“ Wobei der VVO die Sicht der Gemeinde Ottendorf-Okrilla natürlich zur Kenntnis nehme, unterstreicht Christian Schlemper. „Aber es gibt natürlich auch die Sicht der Stadt Königsbrück, die wir ebenfalls ernst nehmen“, schiebt er nach. Und Königsbrück will selbstverständlich den Zug „behalten“.

Wirklich entscheiden kann das Ganze am Ende sowieso nur der Landkreis. „Der Technische Ausschuss des Kreises Bautzen hat das Thema auf dem Tisch und muss sich eine Meinung bilden. Im Anschluss muss der Landkreis dieses Ergebnis im Sommer in die Verbandsversammlung des VVO einbringen“, beschreibt der Sprecher das Prozedere. Erst nach der Entscheidung der Verbandsversammlung wird der Verkehrsverbund dann auch tatsächlich mit entsprechenden Planungen beginnen können, macht Christian Schlemper deutlich. Der Favorit des Verkehrsverbundes bleibt aber wie erwähnt, die Zugverbindung bis nach Königsbrück.