Sonntag, 02.12.2012

Weihnachten ganz in Familie

Regen statt Schnee gab es zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes. Die Meißner rückten enger zusammen – wie eine Familie.

Von Peter Anderson

Um die Wette strahlen: Der frühere Turmspringer Jan Hempel kam gestern mit seinen Töchtern Lisa und Lea zur Eröffnung der Meißner Weihnacht. Ganz in Familie ließ sich auch das schlechte Wetter ertragen.Foto: Claudia Hübschmann
Um die Wette strahlen: Der frühere Turmspringer Jan Hempel kam gestern mit seinen Töchtern Lisa und Lea zur Eröffnung der Meißner Weihnacht. Ganz in Familie ließ sich auch das schlechte Wetter ertragen.Foto: Claudia Hübschmann

Homeira Rhein macht das Beste daraus. Die Redakteurin des ZDF-Landesstudios Dresden verkauft die Regentropfen in Meißen einfach als Schneeflocken. „Pünktlich zum Start der Meißner Weihnacht kommen die ersten Flöckchen herunter“, spricht sie tapfer ins Mikro, während der Regen auf ihren schwarzen Haaren perlt. Die Zentrale in Mainz hat für den Länderspiegel am Sonnabend ab 17.05 Uhr einen Beitrag vom Meißner Weihnachtsmarkt geordert. Zusammen mit Eindrücken von zwei weiteren Weihnachtsmärkten aus dem Bundesgebiet soll Meißen die Zuschauer auf den ersten Advent einstimmen.

Genau zwei Minuten Zeit hat Mainz der Meißner Weihnacht eingeräumt. Die will Homeira Rhein nur mit den besten Bildern füllen. Sie lässt die Kamera dem Markt-Original Ulrich Boden beim Wenden der Bratwürste über die Schulter schauen. Dann nimmt sie das flackernde Windlicht auf einem der mit Fichtenzweigen geschmückten Stände aufs Korn.

„Guck’ mal Mama. Das Fernsehen ist hier“, sagt nebenan ein Kind zu seiner Mutter und beißt in die Bratwurst. Trotz des Regens hat sich eine Schar Unermüdlicher an diesem Spätnachmittag auf dem Markt versammelt. Wie in einer großen Familie wird zusammengerückt. „Da wird’s wärmer und der Regen ist nicht so zu spüren“, sagt Moderator Ralph-Torsten Linke.

In der Losbude, die dieses Jahr vom Förderverein der Frauenkirche besetzt wird, hält Musiker Peter Braukmann die Stellung. Die Nachfrage nach den Losen ist weiter hoch. In den Verkaufspausen summt Braukmann die Melodie seines Lieds über den Meißner Pannenlift – gern auch Touristenfalle genannt – vor sich hin. Vielleicht ein Hit für die nächsten Weihnachtsmarktwochen.?

Braukmann ist einer der vielen heimischen Promis, die an diesem Nachmittag auf den Marktplatz gekommen sind. Zwischen Knobi-Matti und Räucher-Rudi suchen sie sich ein trockenes Plätzchen. Man rückt zusammen, wächst zusammen, zu einer Meißner Familie. Modischster Mann des Marktes ist erneut Promi-Wirt Ulrich Baudis. In seiner dunklen Lederjacke mit schmalem Pelzbesatz, dazu Schiebermütze, Cordhosen und Stiefelchen würde er glatt als englischer Landadliger durchgehen.

Das Glühbier der Privatbrauerei Schwerter Meißen wird verkostet. Fruchtig schmeckt es, ein bisschen nach Kirschsaft. Allmählich löst sich zumindest die innerliche Starre. Die Zungen lösen sich auch. Moderator Ralph-Torsten Lincke erzählt von seinen Hausbauplänen. Im Niederauer Ortsteil Jessen sind er und die Handwerker bereits kräftig am Werkerln.

Schluss mit Schwätzen. Jetzt muss Linke auf die Bühne. Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) dankt den Organisatoren des Weihnachtsmarktes von Gewerbeverein und Sächsischer Zeitung. Superintendent Andreas Stempel erzählt eine kurze Geschichte von Gott, der sich in so vielen Begegnungen verstecken und offenbaren kann. Dann endlich ist es so weit. Der Riesenstollen der Bäckerei Zieger wird angeschnitten. Meißen lässt es sich schmecken. Weihnachten ganz in Familie.

Bei der Tombola hat gestern Günter Silbermann aus Weinböhla eine Nordmanntanne mit Thalia-Kugelset gewonnen. Der Präsentkorb des Kulinariums ging an Kerstin Kießling aus Berlin.