erweiterte Suche
Samstag, 04.03.2017

Wegekommission fast aufgelöst

Der interne Streit im vorigen Jahr war doch größer, als bisher zugegeben. Es ging um Bad Schandaus Stadtrat Rolf Böhm.

Von Gunnar Klehm

Dr. Rolf Böhm will die alte Wegeführung durch die Klamm erhalten, es gibt Bestrebungen, den alten Steinbrecherweg daneben zu reaktivieren.
Dr. Rolf Böhm will die alte Wegeführung durch die Klamm erhalten, es gibt Bestrebungen, den alten Steinbrecherweg daneben zu reaktivieren.

© SZ/Gunnar Klehm

Hohnstein/Bad Schandau. Über die Sache sollte so schnell wie möglich Gras wachsen. Die Abwahl von Bad Schandaus Stadtrat Rolf Böhm aus der Arbeitsgruppe Wegekonzeption sollte ohne viel Aufhebens erfolgen (SZ berichtete). Selbst das Umweltministerium beschwichtigte im Dezember vergangenen Jahres gegenüber SZ. Zu den Gründen der Abberufung befragt, hieß es lediglich, dass „einige Mitglieder der Arbeitsgruppe ihre Aufgabe aus Alters- oder anderweitigen Gründen abgeben und eine Verifizierung der Beauftragung aus allen Interessengruppen nach 17 Jahren auch sinnvoll und geboten erscheint“. Nur deshalb seien die in der Kommission vertretenen Interessengruppen gebeten worden, ihre Vertreter neu zu bestimmen beziehungsweise zu bestätigen.

In der Sitzung des Nationalparkrates am 6. Dezember 2016 hatten sich die Vertreter der an den Nationalpark grenzenden Kommunen schließlich auf die Bürgermeister der Städte Bad Schandau und Hohnstein, Thomas Kunack (Wählervereinigung) und Daniel Brade (SPD), geeinigt. Damit waren Rathens Bürgermeister Thomas Richter (parteilos) und Rolf Böhm (CDU) raus aus dem Gremium. Richter wollte das von sich aus. Böhm musste es hinnehmen.

Die Situation in besagter Sitzung war aber wesentlich brisanter, als es vom Umweltministerium dargestellt wurde. Das erklärte Daniel Brade auf Nachfrage im jüngsten Stadtrat. Demnach wurde den Bürgermeistern erklärt, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Böhm und anderen Mitgliedern der AG gestört sei.

Es gab die klare Ansage, wenn Rolf Böhm wieder nominiert würde, führe dies zur Auflösung der AG. Nach SZ-Informationen soll das der Nationalparkchef Dietrich Butter erklärt haben. Er weilt derzeit im Urlaub. Die Bürgermeister sollten am 6. Dezember auch sofort entscheiden. Um die AG nicht zu gefährden, ließen sich die Vertreter der Kommunen darauf ein.