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Freitag, 04.03.2016

Weg für Narrenhäusel frei

Die Wiederaufbaupläne haben im Bauausschuss eine Mehrheit. Noch fehlt das Stadtratsvotum.

So könnte das Narrenhäusel am Neustädter Markt einmal aussehen.
So könnte das Narrenhäusel am Neustädter Markt einmal aussehen.

© GHND e.V./Arte4D

Die Hürde Bauausschuss ist genommen. Am Mittwoch einigte sich eine Mehrheit, den Wiederaufbau des Narrenhäusels an der Neustädter Seite der Augustusbrücke zu unterstützen. Die SPD hatte im Oktober 2015 einen ersten Antrag gestellt. „Ein Etappensieg ist erreicht“, erklärt Hendrik Stalmann-Fischer, baupolitischer Sprecher der Partei zur Diskussion, die durchaus kontrovers geführt wird. „Die Kubatur mit der leicht frechen, jedoch einladenden Geste bildet am Kopf der Augustusbrücke ein ideales Bindeglied zwischen Altstadt und Neustadt.“ Das einstige Ausflugslokal, zerstört im Zweiten Weltkrieg und endgültig 1950 abgerissen, sei ein Stück Dresdner Geschichte. „Wir halten die Berücksichtigung solcher kleinen Details für wichtig in einer wachsenden Großstadt.“

Die entsprechenden Grundstücke sollen für einen Zeitraum von 60 Jahren ausgeschrieben werden. Danach soll das Narrenhäusel kostenfrei an die Stadt zurückübertragen werden. So der Plan, über den der Stadtrat, möglichst in seiner Sitzung am 17. März, noch entscheiden muss. Vorher berät der Finanzausschuss am Montag dazu. Die SPD hält den Zeitpunkt für geeignet, weil die Sanierung der Augustusbrücke am Jahresende beginnen soll.

Ein Investor steht auch schon bereit. Die Dresdner Baufirma Max Wießner will das markante Gebäude wiederaufbauen – außen nach originalem Vorbild. Das Unternehmen ist in der fünften Generation in der Branche tätig. Das viergeschossige Gebäude stand am rechtselbischen Brückenkopf, gegenüber vom Blockhaus. Erbaut wurde es 1755. Bekannt machte es Joseph Fröhlich, der Hofnarr von August dem Starken. Ihm verdankt der Bau seinen Namen, den ihm der Volksmund verpasste. Der bezeichnete das Häusel bisweilen auch als „Brille“, weil die achteckigen Vorbauten an den elbseitigen Flügeln daran erinnerten. Seit den 1930er-Jahren wurde das Gebäude als Gaststätte genutzt. Die Besucher schätzten die grandiose Aussicht auf die Altstädter Barock-Silhouette. Heute gibt es dort einen Biergarten. (SZ/lk)