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Was macht eigentlich der Leserbeirat?

Vor einigen Monaten sollte ein Leserbeirat gegründet werden. Es gab dann meines Wissens einen kurzen Bericht über das erste Treffen. Seitdem habe ich nichts mehr gehört. Wie geht es damit weiter? MfG, Antje Gellrich

12.11.2016

Sehr geehrte Frau Gellrich,

in dieser Woche hat der Leserbeirat wieder getagt. Sein Hauptthema war diesmal der Umgang mit Leserbriefen. Immer wieder haben sich Leser in der Vergangenheit transparente Regeln gewünscht. Zum Beispiel: Wie lang dürfen Briefe sein, damit sie gute Chancen auf Veröffentlichung haben? Müssen alle Leserbriefe abgedruckt werden? Können Leserbriefe anonym erscheinen? Aber auch: Wie geht die Redaktion mit Hassmails um? In welchen Fristen sollten Redakteure Anfragen beantworten?

Diese und viele weitere Fragen hat sich im September eine Arbeitsgruppe des Leserbeirates gemeinsam mit SZ-Mitarbeitern gestellt und Vorschläge für ein kleines Regelwerk zusammengetragen. Diese Regeln wurden nun im Plenum des Leserbeirates engagiert und kontrovers diskutiert, es wurden Änderungen vorgenommen und Ergänzungen eingefügt. Unter der Überschrift „Unsere Regeln für Leserbriefe“ wurden sieben Normen aufgestellt und der SZ-Redaktion zur Diskussion übermittelt. Die Chefredaktion wird in der nächsten Zeit gemeinsam mit der Redaktion beraten, wie sie damit umgehen will und wie sie die Einhaltung der Regeln organisatorisch lösen will.

Wenn dieser Diskussionsprozess abgeschlossen ist, sollen diese Regeln veröffentlicht werden und künftig jederzeit nachlesbar sein. Der Leserbeirat erklärte sich darüber hinaus bereit, die Einhaltung der Regeln zu überwachen.

Der Beirat hat sich in seinen ersten Beratungen als außerordentlich kompetent, kritisch und konstruktiv erwiesen. Hier sind Leserinnen und Leser aller Altersgruppen und aus allen Regionen des SZ-Verbreitungsgebietes vertreten. Es sind Ingenieure dabei, Sozialarbeiter, Richter, Angestellte, Lehrer, Rentner. Sie vertreten unterschiedliche politische Ansichten. Fast alle sind langjährige Leser der Sächsischen Zeitung, einige auch eifrige Leserbriefschreiber. Diese Beiräte, sehr geehrte Frau Gellrich, haben wir übrigens in der SZ vom 25./26. Juni auf fast einer ganzen Zeitungsseite vorgestellt. Heute bin ich sicher, dass dieser Beirat der SZ und ihren Lesern wertvolle Dienste leisten wird.

Ihr Olaf Kittel

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