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Montag, 12.09.2016

Was hat die SZ gegen Zahnärzte?

Erneut stellen Sie in Ihrem Artikel „Klagestelle bei Zahnärger“ die gesamte Zahnärzteschaft an den Pranger. Zahnärzte, die sich aufopferungsvoll um ihre Patienten kümmern, werfen Sie in einen Topf mit den wenigen, die sich – wie in jeder Berufsgruppe – fehlverhalten. Dr. Michael Krause

Sehr geehrter Herr Dr. Krause,

bitte lesen Sie den Beitrag auf unserer Seite „Leben und Stil“ vom 2. September noch einmal mit ein wenig Abstand. Vielleicht werden Sie dann wie ich zur Einsicht gelangen, dass die SZ hier keine Wertung der Zahnärzteschaft vorgenommen hat. Der Beitrag enthält nur die Information, dass Verbraucherschutzzentralen jetzt eine Online-Plattform auf den Weg gebracht haben, in der Patienten ihre Beschwerden loswerden sowie Rechnungen und Kostenvoranschläge prüfen können. Mehr nicht.

Um die Frage in der Überschrift gleich klar zu beantworten: Natürlich hat die SZ nichts gegen Zahnärzte. Ich geh’ wie die meisten Leute nicht so gern hin, aber ich bin sehr froh und dankbar, wenn die gute Arbeit des Zahnarztes lange vorhält. Dafür laufe ich auch artig zur Vorsorge. Allerdings stelle ich immer mal wieder fest, dass ich mit den Rechnungen für Leistungen, die die Kasse nicht zahlt, ziemliche Schwierigkeiten habe. Diese Leistungen sind meistens teuer und für den Laien kaum nachvollziehbar.

Und deshalb halte ich es mit einer alten Weisheit: Vertrauen (in den Arzt) ist gut, Kontrolle (zum Beispiel über ein solches Online-Portal) ist besser. Längst gibt es so etwas für Flüge, Ferienwohnungen, Autoversicherungen. Diese Portale haben alle ihre Macken, aber ihr Nutzen ist in der Regel so groß, dass sich viele längst daran gewöhnt haben. Sie schaffen Transparenz, sie ermöglichen fachlichen Rat, sie geben mehr Sicherheit. Das ist gut für Patienten.

Aber ein solches Portal ist auch für die meisten Ärzte gut. Es wird die schwarzen Schafe schneller enttarnen und das Vertrauensverhältnis aller anderen zu ihren Patienten stärken. Deshalb unterstützt die SZ solche Vergleiche, deshalb initiiert sie auch regelmäßig selbst große Umfragen unter ihren Lesern, um Vergleichsdaten auch für – zweifellos nicht leicht ermittelbare – medizinische Leistungen zu erhalten. Denken Sie nur an den großangelegten Krankenhaustest oder die aufwendige Serie „Ambulant operieren“.

Ihr Olaf Kittel

Alle Fragen, alle Antworten: www.sz-link.de/leserfragen