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Freitag, 06.10.2017

Warten auf die Sonne

Die Besitzer von Markt 17 haben ihr Versprechen eingelöst. Nun strahlt die Uhr wieder – und geht doch nicht.

Von Heike Sabel

Na, wo ist sie denn? Ratskeller-Wirt Daniel Lindner schaut nach der Sonne, damit die Uhr am Markt 17 neben seiner Gaststätte auch die Zeit anzeigen kann.
Na, wo ist sie denn? Ratskeller-Wirt Daniel Lindner schaut nach der Sonne, damit die Uhr am Markt 17 neben seiner Gaststätte auch die Zeit anzeigen kann.

© Karl-Ludwig Oberthür

Dohna. Das hat gepasst. Pünktlich zum Bockbieranstich am Sonntag im Dohnaer Ratskeller war auch die Sonnenuhr am Markt 17 fertig. Corinna und Franz Jörg Bräunig haben damit Wort gehalten und eine kleine Tradition fortgesetzt. Immer im Sommer erlebt das historische Grundstück eine neue Etappe und die Erfüllung eines Versprechens.

Voriges Jahr hatten die Bräunigs die Fläche gekauft und zur Hofnacht erstmals geöffnet. So war es auch dieses Jahr wieder. Da versprachen sie die Fertigstellung der Sonnenuhr. Das hat geklappt. Bis auf die Tatsache, dass die Sonne fehlt. Nicht nur Daniel Lindner, der Wirt vom Ratskeller, hält sehnsüchtig Ausschau nach den Strahlen. Dass die Sonnenuhr wieder funktioniert, ist für ihn und seine Frau ein Teil der Aufwertung des Marktes. Lindners sehen den Dohnaer Markt als wunderschönes Kleinod, dem noch ein bisschen Leben gut tun würde. Mit der Sanierung des Marktes 17 leisten sie ihren Beitrag.

Nächste Woche rücken die Bauleute an, sagt Franz Jörg Bräunig. Bis Ende Oktober oder November, abhängig vom Wetter, gilt es nun, eine kaputte Mauer gegen eine stabile aus Beton zu ersetzen. Das Ziel, die Außenhülle dieses Jahr fertigzustellen, werde wohl nicht ganz geschafft. Dazu habe die Baugenehmigung zu lange gedauert. Immerhin handelt es sich um ein Denkmal, für das eine Liste an Gesetzen gilt – baulich und rechtlich. „Wir geben weiter Gas, aber das Bauwerk ist nicht ganz unkompliziert“, sagt Bräunig. Doch genau deshalb haben sie sich ja dafür entschieden. Zuerst erfolgt die Notsicherung der Scheune, die Hauptstützen im Inneren wurden schon ausgetauscht. Nun werden die Grundmauern gestärkt, dann der Dachstuhl.

Das nächste Versprechen ist indes schon gegeben und auf dem Weg des Einlösens. Der Torbogen ist abgebaut. Das war notwendig, um logistische Freiheit für die weitere Sanierung der Gebäude zu schaffen. Da der Torbogen ebenfalls sanierungsbedürftig ist, soll die Zwangspause für seine Restaurierung genutzt werden. Zur nächsten Hofnacht im Sommer 2018 soll er in neuer alter Schönheit wieder erstrahlen. „Bei perfektem Bauablauf.“

Auch wenn es etwas länger dauert, Nachbar Daniel Lindner und viele Dohnaer sind einfach froh, dass sich an dem historischen Gebäude am Markt etwas tut. Lange Jahre war das nicht der Fall. Da kommt es nun auf ein paar Monate mehr oder weniger auch nicht an, sagen Bräunigs. Und auch die Stadt ist froh. Nachdem der erste Käufer zurücktat, bedeutete das für die Bräunigs die zweite Chance und den Gewinn für die Stadt.

Der perfekte Nachbar

Der Markt 17 war lange ein Hospitalstift, in dem sich Pilgerer erholten. Später nutzte der städtische Bauhof die Scheune. Dann wuchs sie zu und fiel ein. Nach der Sanierung soll an die frühere Geschichte angeknüpft werden. Die Bräunigs wollen hier wieder Gäste beherbergen und in einer Vinothek soll es Wein geben. Für Daniel Lindner der perfekte Nachbar. Auch, wenn die Sonne mal nicht scheint.