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Donnerstag, 23.03.2017

Wappler zieht es nach Coswig

Die Büros und Hallen in Weinböhla sind zu klein geworden. Ganz verloren geht die Firma der Gemeinde nicht.

Von Peggy Zill

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Bis Ende des Jahres soll der neue Standort der Wappler Werkzeugmaschinen im Gewerbegebiet EWS in Neusörnewitz bezugsfertig sein.
Bis Ende des Jahres soll der neue Standort der Wappler Werkzeugmaschinen im Gewerbegebiet EWS in Neusörnewitz bezugsfertig sein.

© Visualisierung: Vollack

  • Bis Ende des Jahres soll der neue Standort der Wappler Werkzeugmaschinen im Gewerbegebiet EWS in Neusörnewitz bezugsfertig sein.
    Bis Ende des Jahres soll der neue Standort der Wappler Werkzeugmaschinen im Gewerbegebiet EWS in Neusörnewitz bezugsfertig sein.
  • Ulrich Henneke (2.v.l.) von der Baufirma Vollack überreichte Familie Wappler den „Vollack-Überlebens-Eimer“ mit Utensilien, die sie während der Bauzeit gebrauchen könnten.
    Ulrich Henneke (2.v.l.) von der Baufirma Vollack überreichte Familie Wappler den „Vollack-Überlebens-Eimer“ mit Utensilien, die sie während der Bauzeit gebrauchen könnten.

Coswig/Weinböhla. Die Firma Wappler Wergzeugmaschinen will bis Ende des Jahres ihren neuen Standort in Neusörnewitz beziehen. Die Unternehmerfamilie, Vertreter der Stadt, Bank und Baufirma schwangen gestern symbolisch die ersten Spaten auf dem Gebiet der ehemaligen Elektrowärme Sörnewitz (EWS). Auf dem rund 15 000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen neue Büros und eine Produktionshalle. Der Großteil der Fläche bleibt vorerst unbebaut für eine spätere Erweiterung.

Am Firmensitz an der Niederauer Straße in Weinböhla ist es schon lange zu eng geworden, wie Geschäftsinhaber Jörg Wappler erklärt. Die kleinen Büros teilen sich bis zu vier Mitarbeiter. In der 1 100 Quadratmeter großen Halle ist kaum noch Platz für neue Maschinen. Eine Erweiterung in Weinböhla war nicht möglich, so sei die Idee gekommen, einen zweiten Standort zu eröffnen. Auf die EWS fiel die Wahl aufgrund der Nähe zum bisherigen Firmensitz. Ein Teil des Gewerbegebietes gehört sogar zu Weinböhla. Dort gab es aber Beschränkungen hinsichtlich der Höhe. Deshalb zieht Wappler auf die andere Seite des Kahlhügelweges auf Coswiger Flur. Ein Großteil der 40 Mitarbeiter wird zwar in Coswig arbeiten, der Standort in Weinböhla aber weiterhin bestehen.

Während in Weinböhla in Zukunft die Werkzeugmaschinen ausgestellt und die Kunden geschult werden, werden in Neusörnewitz die nötigen Anpassungen an den Maschinen vorgenommen. „Eine Maschine nach Katalog lässt sich nicht mehr verkaufen“, so Jörg Wappler. Die Kunden hätten spezielle Wünsche. Wappler baut keine eigenen Werkzeugmaschinen, sondern ist Exklusivhändler des südkoreanischen Großkonzerns Doosan für Nord- und Ostdeutschland. Mit den CNC-gesteuerten Werkzeugmaschinen rüstet er zahlreiche Branchen – von der Luft- und Raumfahrt bis zur Genussmittelindustrie – aus. Die Standardmaschinen müssen an die Anforderungen der Kunden angepasst werden. Insbesondere durch Automatisierung. Dieses Angebot kann am neuen Standort ausgebaut werden. In der neuen Halle gibt es zudem einen leistungsfähigeren Kran, sodass größere Projekte möglich sind.

„Und wir werden uns wieder mehr auf unsere Wurzeln besinnen“, so Jörg Wappler. Das heißt, gebrauchte Werkzeugmaschinen kaufen, generalüberholen und wieder verkaufen. „Damit sind wir groß geworden.“ Die Kunden kommen aus der ganzen Welt.

1994 hat Jörg Wappler sein Unternehmen in Chemnitz gegründet, 1995 zog es nach Weinböhla um, 2000 in das neue Firmengebäude. „Damals hatten wir uns vorgenommen, den Umsatz zu vervierfachen. Wir sind jetzt beim Achtfachen“, sagt er. Und eine erneute Verdopplung sei möglich. Platz ist auf dem EWS-Gelände genug. Theoretisch könnte die Hallenfläche von rund 1 400 Quadratmetern vervierfacht und der Bürotrakt verdoppelt werden. Das wird Jörg Wappler aber seinen Söhnen Franz und Max überlassen, die innerhalb der nächsten fünf Jahre die Firma übernehmen sollen.

Coswigs Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos) freut sich über die Neuansiedlung. Das sei ein guter Auftakt für die weitere Vermarktung des Geländes. Die Stadt hat das Gebiet 2009 für einen symbolischen Euro von der Treuhandliegenschaftsgesellschaft TLG gekauft. Ein Schnäppchen war es trotzdem nicht. „Wir haben seitdem 8,5 Millionen Euro in das Gelände gesteckt.“ Davon waren rund 7,4 Millionen Euro Fördermittel. Geld, das im wahrsten Sinne des Wortes in der Erde versenkt worden ist, weil es im Boden viele Altlasten gab. Die Vermarktung der Gewerbeflächen gestaltet sich schwieriger als anfangs angenommen. Laut Wirtschaftsförderer Osman Nasr befindet sich die Stadt aber aktuell in Gesprächen mit mehreren Interessenten.