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Freitag, 08.01.2016 Sächsische Schweiz

Wanderweg in Rathewalde gesperrt

Eine Mauer droht auf den Weg zu stürzen. Wann die Gefahren beseitigt sind, ist unklar. Es gibt aber eine Umleitung.

Von Anja Weber

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An einem Grundstück oberhalb des Wanderweges zum Amselgrund droht eine Trockenmauer einzustürzen. Deshalb wurde der Weg gesperrt. Es gibt aber eine Umleitung.
An einem Grundstück oberhalb des Wanderweges zum Amselgrund droht eine Trockenmauer einzustürzen. Deshalb wurde der Weg gesperrt. Es gibt aber eine Umleitung.

© Dirk Zschiedrich

Rathewalde. Der Wanderweg vom Parkplatz in Rathewalde entlang des Grünbaches zum Amselgrund ist derzeit gesperrt. Allerdings versuchen immer wieder Wanderer, die direkte Trasse zu nutzen und die ausgeschilderte Umleitung zu umgehen. Die Stadt Hohnstein warnt mit einem entsprechenden Schild davor, dies zu tun. Denn die Gefahr, die dort oberhalb des Weges lauert, ist nicht zu unterschätzen.

Grund für die Sperrung ist die akute Einsturzgefahr einer Trockenmauer auf einem Felsen oberhalb des Wanderweges. Die gehört zu einem Privatgrundstück am Basteiweg (SZ berichtete).

Industriekletterer Ronald Reichelt aus Pirna hatte den Schaden an der Mauer eher zufällig entdeckt. „Wir hatten den Auftrag, den Grünschnitt im Außengelände zu erledigen“, sagt er. Und dabei stellte er fest, dass die Trockenmauer unterhalb eines Grundstückes in sehr schlechtem Zustand ist und dass durchaus die Möglichkeit besteht, dass hier Steine auf den Wanderweg entlang des Grünbaches stürzen und im schlimmsten Fall Wanderer verletzen könnten.

„Ich bin meiner Verkehrssicherungspflicht nachgekommen und habe die Stadtverwaltung in Hohnstein informiert“, sagt der Experte. Daraufhin wurde der Wanderweg gesperrt. Wie es nun weitergehen soll, ist noch etwas unklar. Denn eines scheint sicher: Die Sanierung der Mauer wird nicht billig. Wie viel das den Grundstückseigentümer kosten würde, steht noch nicht fest. Klar ist aber, die Mauer muss gesichert werden. Dafür gebe es verschiedene Verfahren, sagt Ronald Reichelt.

Umleitung für Wanderer

In diesem speziellen Fall müssten viele Faktoren beachtet werden. Wer die Mauer saniert, kann zum Beispiel nur an Seilen arbeiten. Bevor sich Grundstückseigentümer und Experten auf ein Verfahren einigen, muss ein Gutachten erstellt werden. Einen Vor-Ort-Termin mit der Stadtverwaltung Hohnstein hat es bereits gegeben. Eine genaue Prognose, wann der Weg wieder geöffnet wird, kann man auch dort nicht abgeben, da die Stadt an der Sanierung der Mauer nicht beteiligt ist. Besucher werden aber dringend gebeten, die Absperrung zu respektieren.

Die Wandersaison ist eigentlich vorbei. Wer aber dennoch die Route in den Kurort Rathen nutzen möchte, muss eine Umleitung nehmen. Alternativ kann der Basteiweg in Verbindung mit dem Eugen-Biehn-Weg genutzt werden. Die Umleitung ist auch auf den Warnschildern ausgewiesen. Der Eugen-Biehn-Weg wurde erst im Jahr 2011 von Einwohnern, vorwiegend vom Gästeverein in Rathewalde, auf Vordermann gebracht.

Unterhalb der Rathewalder Mühle begradigten und schotterten sie die Querverbindung zwischen Amselgrund und Basteiweg. Zudem bauten sie Wasserabläufe ein und stellten Holzbänke auf. Die Mitarbeiter des Bauhofes unterstützten die Freiwilligen mit Transportarbeiten. Die Stadt Hohnstein bezahlte damals den Frostschutz für den Wegebau. Das Geländer an dem Weg ist auch repariert, sodass die Umgehungstrasse eine sichere Alternative darstellt.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 6 Kommentare

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  1. O.W.

    Ein Wunder, dass hier ein Schild zu Sperrung ausreicht und der mündige Bürger selbst über das Begehen des gefährlichen Bereichs entscheiden kann. An der Waldschlösschenbrücke ist das ja nicht möglich, da musste alles verbarrikadiert werden.

  2. ICH

    Komisch , wenn ich weit links von der Mauer bzw. in der Gegenrichtung weit rechts laufe , dürfte mich das Mäuerchen bei einem Einsturz nicht erreichen .

  3. Carste

    @ICH: es geht nicht um die Mauer oben im Bild. Die eigentliche Stelle ist viel weiter das Tal runter. Und als wir vorletzte Woche da waren sah es auch eher nach Felssturz aus. Zumindest lagen unten einige Brocken rum. Ich glaube von unten kann man das mit der Mauer nicht mal recht einsehen. @O.W. an der tatsächlichen Stelle kommt dann nochmal Absperrband, was dem willigen aber absolut kein Hindernis in den Weg stellt. Und das mit der Waldschlösschenbrücke ist echt nervig, weil man dem Bürger nicht mal mehr zutraut, zu entscheiden, wann es glatt sein könnte.

  4. Gärtnerin

    Wenn man dort wandert und ein Fels kommt runter, so fällt dies höchstwahrscheinlich untere höhere Gewalt. Außer die Mauer steht auf einem Privatgrundstück und wurde nicht ausreichend gesichert. Wenn sich bei Glätte einer auf der WSB die Haxen bricht, dann wird bei Arbeitswegeunfall die BG die Stadt zur Kasse bitten oder der Betroffene selbst. Klar, man könnte ein "betreten auf eigene Gefahr" Schild aufbauen, trotzdem könnte auch dann ein Unfall zu einem langwierigen Rechtsstreit führen. Es geht halt immer darum, wer zum Ende hin das Geldsäckchen öffnen müsste.

  5. ICH

    @Carste , danke für den Hinweis . Darauf hätte aber die SZ hinweisen müssen , nicht jeder kennt sich dort aus . Auf dem Bild ist nun einmal diese Stelle zu sehen .

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