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Mittwoch, 30.03.2016 Dresden

Waldschlößchenbrücke verursacht keinen Schleichverkehr

Die Stadt hat jetzt gemessen, wer tatsächlich auf den Nebenstraßen unterwegs ist. Das überzeugt die Ortsbeiräte.

Von Sophie Arlet

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Blick auf die Waldschlößchenbrücke.
Blick auf die Waldschlößchenbrücke.

© imago/Sven Ellger

Dresden. Mit diesem Ergebnis hätten die Anwohner aus Striesen oder der Johannstadt vor dem Bau der Brücke wohl nicht gerechnet: Entgegen allen Befürchtungen sind die kleinen Straßen in den Wohngebieten nicht voller geworden. Das haben aufwendige Messverfahren aus den Jahren 2010 und 2014 ergeben. Die Einzelheiten hat Matthias Mohaupt vom Stadtplanungsamt den Altstädter und Blasewitzer Ortsbeiräten erläutert. Untersucht worden sind die Stadtteile Johannstadt, Striesen, Blasewitz, Gruna sowie Teile von Strehlen. Rund um dieses Areal sind an 14 Messstationen alle einfahrenden Autos per Kameras erfasst worden. Durch weitere Stationen innerhalb dieses Gebietes konnte ermittelt werden, welche Wege die Fahrer nehmen. Anhand der Nummernschilder konnten die Routen über die verschiedenen Messpunkte nachvollzogen werden.

Wenn ein Auto durch Nebenstraßen fährt, statt die Hauptroute zu nehmen, die zum selben Ziel führen würde, wird es dem Schleichverkehr zugeordnet. Wenn hingegen ein Fahrer dreimal um den Block fährt, weil er im Wohngebiet eine Parklücke sucht, fällt er nicht unter diese Rubrik. „Parkverkehr ist kein Schleichverkehr“, so Mohaupt. Das Gleiche gilt für Fahrer, die beispielsweise ein Restaurant ansteuern oder nur schnell ihre Kinder in der Kita abliefern. Denn sie haben, im Gegensatz zum Schleichverkehr, ein konkretes Ziel in dem Wohngebiet und keine Alternativroute. Die Autos wurden vor Eröffnung der Brücke und danach gezählt.

Eine Zunahme des Schleichverkehrs konnte dabei nicht festgestellt werden. Der liegt nach wie vor bei etwa einem Prozent des Gesamtverkehrs. Wäre das Untersuchungsgebiet aber kleiner gewählt worden, wären durchaus mehr Autos unter die Kategorie Schleichverkehr gefallen, wie Mohaupt bestätigte. „Gemessen am großen Einzugsgebiet der Waldschlößchenbrücke halte ich aber auch das große Untersuchungsgebiet für gerechtfertigt“, so der Verkehrsplaner.

Beim Brückenbau hat die Stadt bereits dafür gesorgt, dass Autofahrer nicht auf Nebenstraßen ausweichen müssen. So wurde die Fetscherstraße vierspurig ausgebaut. Zudem kann man nicht links auf die Striesener Straße abbiegen, dadurch rollt der Verkehr besser. Mittlerweile sorgt auch die sanierte und ausgebaute Borsbergstraße für halbwegs freie Fahrt.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 36 Kommentare

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  1. kein Fan

    Die vierspurige Brücke ist für mehr als 40.000 Fahrzeuge pro Tag ausgelegt, ca. die Hälfte fahren real drüber. (Wir werden sehen, wie wenige es sind wenn die Albertbrücke wieder öffnet.) Die Zufahrtswege sind heute schon verstopft, insb. die Fetscherstrasse. Was wäre denn gewesen wenn die Brücke die konzipierten 40.000 Fahrzeuge erreicht hätte? Wäre dann die im Artikel beschriebene Messung gar ähnlich ausgefallen? Sorry, mir fehlt der Glaube an die Validität besagter Messung. Die angesprochene 4-Spurigkeit der Fetscherstrasse endet promt an der Kreuzung zur Blasewitzer Strasse.

  2. Harald Fichtner

    Der Autor vergaß natürlich zu sagen, dass alle Messungen und Speicherungen der Nummernschilder der Autos unter strikter Einhaltung des Datenschutzes vorgenommen wurden. Großformatige Schilder wiesen die Fahrer darauf hin, dass jetzt hier eine Videoüberwachung mit detaillierter Auswertung der Fahrtstrecke stattfindet. Oder war es etwa doch nicht so?

  3. LL

    Könnte der Schreiber des Artikels bitte auch mal erklären, was mit "großem" und "kleinem" Untersuchungsgebiet gemeint ist?

  4. beobachter

    Soll fehlender Schleichverkehr die Investruine "WSB" entschuldigen und die Zerstörung von Elbwiesen, Welterbe und städtischem Frieden? Netter Versuch. Ceterum censeo pontem esse delendam.

  5. Hans-Uwe

    @KeinFan Die Fetscherstraße ist lang, welche Stelle meinen sie genau? Der Fetscherplatz war auch schon vor dem Brückenbau ein typisches Dresdner Nadelöhr. Ansonsten bietet die Fetscherstraße den typischen Ampel Stop&Go Verkehr. Fande ich bisher nicht tragischer als auf anderen Straßen in Dresden. MfG Sven

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