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Samstag, 31.03.2018

Waldeisenbahner sind in der Erfolgsspur

Zu Ostern macht die Waldeisenbahn wieder Dampf auf. Vor 40 Jahren sollte sie auf ihre letzte Fahrt gehen.

Von Steffen Bistrosch

Bahnprogramm über Ostern

Diese sechs waren vor 40 Jahren schon dabei: Friedemann Tischer, Bernd Stephan, Manfred „Bobby“ Richter, Gisela Schlammer, Hans Joachim Queißert und Olaf Urban, heute Vereinsvorsitzender der WEM (v.l.).
Diese sechs waren vor 40 Jahren schon dabei: Friedemann Tischer, Bernd Stephan, Manfred „Bobby“ Richter, Gisela Schlammer, Hans Joachim Queißert und Olaf Urban, heute Vereinsvorsitzender der WEM (v.l.).

© Steffen Bistrosch

Krauschwitz. Die Wiedersehensfreude bei den zum Teil weit gereisten Eisenbahnenthusiasten am Gründonnerstag auf dem Museumsbahnhof in Weißwasser war riesengroß. Vierzig Jahre sind eine lange Zeit. Jahre, in denen vieles geschah, was die meisten niemals für möglich gehalten hätten. Damals, als die Lok 993316 das letzte Mal aus Krauschwitz in Richtung Jämlitz-Hütte dampfte, schien das Ende der Waldeisenbahn endgültig besiegelt zu sein. Am 29. März 1978, so erinnert sich Olaf Urban, Vorsitzender des Vereins der Waldeisenbahner, hatte ebenfalls eine Gedenkveranstaltung in Krauschwitz mit vielen geladenen Gästen stattgefunden. Die WEM wurde nach insgesamt 82 Jahren Betrieb nicht mehr gebraucht, so hieß es. Die Auftragslage war eine andere, fällige Transporte übernahmen jetzt Fahrzeuge auf der Straße.

Eisenbahnfreunde aus der Zeit, die sich regelmäßig in der Modelleisenbahn AG 2/26 in Weißwasser trafen, liebäugelten damit, die WEM in eine Pioniereisenbahn umzufunktionieren. In den Jahren 1977/78 hatten bereits vier Sonderfahrten mit den Zügen der Waldeisenbahn stattgefunden. Der Rat des Kreises in Weißwasser schmetterte jedoch alle weiteren Versuche in dieser Richtung kategorisch ab. Die Brüder Olaf und Andreas Urban, Friedemann Tischer und der unvergessene Gernot Nowak gaben nicht auf. Ein erster kleiner Erfolg war, dass die Dampflok 993317 wenigstens nicht verkauft wurde, sondern einen Ehrenplatz in Weißwasser am Eiscafé nicht weit weg von der Tonbahn bekam.

Bahnprogramm über Ostern

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Zum Osterwochenende wird der Fahrbetrieb der WEM planmäßig aufgenommen. Bis Montag dampfen die historischen Loks nach Kromlau und Bad Muskau. Damit sich niemand erkältet, sind die Wagen entsprechend der Witterung beheizt.

Der Museumsbahnhof „Anlage Mitte“ hat ebenfalls geöffnet. Etwas ganz Besonderes erwartet die Freunde von heimatgeschichtlichen Beiträgen rund um die Waldeisenbahn. Friedemann Tischer hat seinen dritten Band zur Historie rund um die WEM fertiggestellt. Dieser trägt den Titel „Chronik der Gräflich von Arnimschen Kleinbahn-Waldeisenbahn Bad Muskau“ und ist ab sofort im Museumsbahnhof erhältlich oder unter friedemann.tischer@waldeisenbahn.de bestellbar.

Der aktuelle Fahrplan ist unter der Internetseite www.waldeisenbahn.de abrufbar.

Ab 1985 fanden regelmäßig Sonderfahrten statt, die Wirren der Wendezeit wurden mit Glück und Geschick überstanden, das Streckennetz konnte erweitert werden. Der Zuspruch des Publikums stieg stetig an. Waldeisenbahner Olaf Urban erzählt und neben ihm läuft ein kleiner Film, in dem alte Fotos von vor genau vierzig Jahren zusammengeschnitten sind. Viele von damals können nicht mehr dabei sein, manch einer der Anwesenden wird trotz der Zeitspanne auf den alten Bildern mühelos wiedererkannt. Mitarbeiter, Freunde; Gäste, Wegbegleiter, Vereinsmitglieder, Förderer sind heute eingeladen. Ehemalige und Aktive gleichermaßen. Gemeinsam dampfen sie am Jubiläumstag mit der Lok 993315 nach Muskau, dort wo alles begann. Vor genau vierzig Jahren, mit der Einstellung des regulären Fahrbetriebes.