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Dienstag, 04.08.2015

Waggons am neuen Radweg stehen

Von Paul Michel

Die vier Eisenbahnwagen nahe des Radwegs in Löbau. Was es mit ihnen auf sich hat, weiß Alfred Simm, Chef der Ostsächsischen Eisenbahnfreunde.
Die vier Eisenbahnwagen nahe des Radwegs in Löbau. Was es mit ihnen auf sich hat, weiß Alfred Simm, Chef der Ostsächsischen Eisenbahnfreunde.

© Rafael Sampedro

Löbau. Sie stehen schon lange, doch mit der Eröffnung des neuen Radwegs Cunewalde-Löbau rücken vier Waggons in das Blickfeld der Radfahrer. Viele fragen sich, warum die Eisenbahnwagen am Ende der Strecke in Löbau auf einem Wirtschaftsweg stehen.

Der Verdacht liegt nahe, dass es sich um Eisenbahnwaggons der Ostsächsischen Eisenbahnfreunde (Osef) mit Vereinssitz in Löbau handeln könnte. Das bestätigt Osef-Chef Alfred Simm auf Nachfrage der SZ. Er sei sehr froh, die Waggons auf einem Streckenabschnitt präsentieren zu können. In dem Zusammenhang ist er sich um die Initiativen des Oberbürgermeisters Dietmar Buchholz (parteilos) bewusst: „Es ist ihm dankenswerterweise gelungen, 1,8 Kilometer der Bahnstrecke Löbau über Cunewalde und Bautzen zu erhalten.“ Denn nachdem die gesamte Strecke 1998 stillgelegt wurde, stellte der Verein einen Kaufantrag. Der wurde abgelehnt, auch, weil mittlerweile ein Teil der Ortsumgehung B178n fertiggestellt war. Und die hat die alte Trasse unterbrochen.

2008 erfolgte im Zuge des Radweg-Baus der Abbau der Gleise. Dass knapp zwei Kilometer übrig blieben, „machten wir uns zu Nutzen“, berichtet Alfred Simm. Dafür haben seine Eisenbahnfreunde „viele Fahrzeuge, die nicht mehr kaputtbar sind“ zur Verfügung. Zuletzt musste man am Männertrag Vandalismus erfahren, als an einigen Loks auf dem Vereinsgelände beschädigt wurden. „Daher ist nicht in Planung, neue Fahrzeuge aufzustellen“, so Simm. Wozu die Wagen auf der alten Trasse stehen, ist selbst für ortskundige Radler nicht verständlich. Der Osef-Chef erklärt im Gespräch mit der SZ, dass durch die Wagen auf den Verein aufmerksam gemacht werden solle.

Dass die Radfahrer das nicht auf Anhieb durchschauen, ist auch für ihn verständlich. Daher zieht er jetzt in Erwägung, eine kleine Informationstafel nahe der Waggons anzubringen. Sie soll nicht nur Radfahrern aus der Region, sondern auch Urlaubern Aufschluss darüber geben, welche Bedeutung die Eisenbahnwagen haben.

Der Radweg auf der alten Bahnstrecke ist am Montag vor 14 Tagen eröffnet worden. Im Laufe der vergangenen Monate war am Löbauer Ende gearbeitet worden. Bei Freizeitradlern und Ausflüglern ist er sofort auf Begeisterung gestoßen.