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Vorschloss Lauenstein vorm Baustart

Die Bauleute sollen noch in diesem Monat anrücken. Dann wird es bis zum Ziel aber sportlich.

07.10.2017
Von Mandy Schaks

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s Lauenstein vorm Baustart
Wer durch das Eingangstor von Schloss Lauenstein geht, kommt zunächst am früheren Wirtschaftshof vorbei. Der rechte Flügel des sogenannten Vorschlosses soll jetzt saniert werden.

© Egbert Kamprath

Altenberg. Auf dem Papier wird am Vorschloss in Lauenstein schon seit über einem Jahr gebaut. Nun hofft die Stadtverwaltung Altenberg und vor allem die Einwohnerschaft von Lauenstein, dass auch endlich mal etwas zu sehen ist. Das Rathaus rechnet jeden Tag mit der Baugenehmigung. Bauamtsleiter Andreas Gabler ist zuversichtlich, dass die Arbeiten noch in diesem Monat beginnen können. Vorausgesetzt, es gehen auf die Ausschreibungen der Leistungen Angebote ein, die dann auch noch bezahlbar sind. Dann liegt es in der Hand von Petrus, wie viel Zeit den Bauleuten in diesem Jahr noch zur Verfügung steht.

Eine Sorge ist inzwischen Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) los: Das Geld, was in diesem Jahr nicht mehr investiert werden kann, darf ins nächste Jahr mitgenommen werden. Dann wird es zwar sportlich, bis Ende 2018 die reichlich drei Millionen Euro zu verbauen. Aber die Fördermittel stehen wenigstens noch in vollem Umfang zur Verfügung. Da war sich Altenberg bis vor Kurzem gar nicht so sicher. Denn das Vorhaben ist an sehr viele Vorgaben und Bedingungen geknüpft, was es auch so schwierig macht und erklärt, warum das alles so lange dauert.

Das Bundesbauministerium gibt nämlich den größten Batzen des erforderlichen Geldes, um einen Teil des Vorschlosses vor dem Verfall zu retten und wieder mit Leben zu erfüllen. Die Stadt Altenberg hatte schon viele Versuche unternommen und Überlegungen angestellt, den ehemaligen Wirtschaftshof, der unter der Herrschaft derer von Bünaus entstand, zu sanieren und damit das gesamte historische Ensemble zu erhalten – vergeblich. Es scheiterte an der Finanzierung. Dann kam Altenberg auf die Idee, mal ganz oben bei der Regierung anzuklopfen. Und tatsächlich: Die Stadt gehörte Anfang 2016 zu den wenigen Auserwählten in Deutschland, die aus dem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur Fördermittel erhielten. Reichlich drei Millionen Euro gibt der Bund, zehn Prozent der Investitionskosten muss die Stadt Altenberg bezahlen. Das ist zwar immer noch eine Menge Geld, doch bei einer Förderung von 90 Prozent sozusagen ein Schnäppchen. Dafür reden nun aber viele Behörden mit. Die Fördersumme ist an viele Vorschriften geknüpft.

Dazu gehört die europaweite Ausschreibung, die viel Zeit kostete. Auch mussten vor Baubeginn etliche Fachgutachten erstellt und vorgelegt werden, zum Beispiel zur Bauphysik, zum Baugrund, Brand- und Holzschutz. Eine der Bedingungen ist auch, das Vorhaben bis Ende 2018 zu Ende zu bringen. Dafür wurde das Fördergeld in Jahresscheiben aufgeteilt, sodass eigentlich in diesem Jahr über eine Million Euro ausgegeben werden müssten. Davon ist Altenberg noch meilenweit entfernt. Für Ingenieurleistungen, inklusive Gutachten, wurden bisher rund 200 000 Euro bezahlt. Doch nach Rücksprache mit den Behörden hat jetzt die Stadt die Sicherheit, das Geld, das bis Dezember nicht mehr verbaut werden kann, ins nächste Jahr übertragen zu dürfen. Mit den über drei Millionen Euro soll der rechte Flügel des einstigen Vorschlosses, inklusive Tor, saniert werden. Geplant ist, dort unter anderem Sport- und Freizeitanlagen zu bauen.