Samstag, 22.12.2012

Vorschläge der US-Waffenlobby ernten heftige Kritik

Die Vorschläge der US-Waffenlobby nach dem Amoklauf von Newton mit 27 Toten haben Empörung und Widerstand hervorgerufen.

Der Präsident und sein Vize: David Keene (links) und Wayne LaPierre vom amerikanischen Waffenverband NRA sehen sich heftiger Kritik gegenüber.
Der Präsident und sein Vize: David Keene (links) und Wayne LaPierre vom amerikanischen Waffenverband NRA sehen sich heftiger Kritik gegenüber.

©dpa

Washington. Die Vorschläge der US-Waffenlobby nach dem Amoklauf von Newton mit 27 Toten haben Empörung und Widerstand hervorgerufen. Der Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, sprach von einer „paranoiden“ Vision Amerikas, „wo jeder bewaffnet und kein Ort sicher ist“. Das Weiße Haus signalisierte inoffiziell Ablehnung, wie die „Washington Post“ am Samstag berichtete. Präsident Barack Obama nahm öffentlich keine Stellung.

Die National Rifle Association (NRA) hatte im Kern gefordert, dass sich jeder Amerikaner mit der Waffe in der Hand gegen Angreifer schützen solle. „Der einzige Weg, einen schlechten Typen mit einer Kanone zu stoppen, ist ein guter Typ mit einer Kanone“, meinte NRA- Vizechef Wayne LaPierre am Freitag. Alle Schulen des Landes sollten bewaffneten Schutz erhalten. Er sprach sich kategorisch gegen schärfere Waffengesetze aus.

Die Vorschläge der NRA seien wenig ermutigend und deuteten nicht auf eine konstruktive Rolle in der gegenwärtigen Diskussion, sagte ein Regierungsbeamter im Weißen Haus der „Washington Post“. Auch die Lehrergewerkschaft lehne die Vorschläge ab.

2011 starben 119 Kinder an Schussverletzungen

Die Internetzeitung „Huffington Post“ berichtete, dass im vergangenen Jahr 119 Kinder im Alter bis zu zwölf Jahren an den Folgen von Schussverletzungen starben. Insgesamt kamen 565 junge Leute im Alter bis 18 Jahre ums Leben, hieß es unter Berufung auf neueste Zahlen der Bundespolizei FBI.

„Wann werden wir genug gesunden Menschenverstand haben, um den Verkauf von Sturmgewehren im Militärstil an Zivilisten zu verbieten?“, fragte die „Washington Post“ in einem Kommentar. Obama hat bereits schärfere Waffengesetze gefordert und dabei besonders halbautomatische Sturmgewehre im Visier, mit denen man ohne Nachladen innerhalb kürzester Zeit hunderte Schüsse abfeuern kann.

Auch der Amokläufer Adam Lanza hatte vor einer Woche eine solche Waffe benutzt. Er war mit ihr in eine Grundschule in Newtown eingedrungen und hatte innerhalb von Minuten 20 Kinder und sechs Erwachsene erschossen. Die Waffe hatte seiner Mutter gehört, einer Waffennärrin, die ebenfalls beim Amoklauf ihres Sohnes ums Leben kam. (dpa)

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