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Montag, 19.11.2012

Von Osteuropa zurück zu den Wurzeln

Birute Svedaite-Sakalauske aus Litauen hat in Dresden Soziale Arbeit studiert. Nun ist sie zurück und wirbt für die Arbeit in ihrer Heimat.

Von Annechristin Kleppisch

Das Deutsch hat sie nicht verlernt. Noch immer spricht Birute Svedaite-Sakalauske die Sprache fließend, ohne Stocken. Und das, obwohl das Studium an der Evangelischen Hochschule schon über zehn Jahre her ist. In Dresden hat die 38-Jährige sich ihren Traum erfüllt und Soziale Arbeit studiert. In ihrer Heimat Litauen war das nicht möglich. „Das Berufsfeld der Sozialen Arbeit ist bei uns sehr jung“, sagt sie. Langsam wächst die Bereitschaft, dafür zu investieren und einen Beruf in dem Bereich zu lernen.

Dabei gibt es auch in Litauen Arbeit für Sozialarbeiter. „Die Probleme von Jugendlichen und Alten gleichen denen in Deutschland“, sagt sie. Das Gefälle zwischen Arm und Reich sei größer. Und die Chancen auf Arbeit und gute Ausbildung vor allem auf dem Land schlechter. „Studenten aus Deutschland können hier gut lernen, wie Soziale Arbeit funktioniert“, sagt sie. Noch haben die das Land aber nicht für den Auslandsaufenthalt entdeckt.

Damit sich das ändert, kommt Birute Svedaite-Sakalauske einmal im Jahr an ihre Hochschule zurück. Beim Alumni-Treffen können sich die neuen Studenten über Einsatzgebiete in ganz Europa informieren. Mit 383 Studenten von insgesamt 627 ist die Soziale Arbeit der größte Fachbereich an der Hochschule. Osteuropa ist dabei ein immer wichtigeres Einsatzgebiet.

Nur eine Hürde müssen die Studenten nehmen. Die Sprache. „Die muss man sehr gut können“, sagt sie. Sie selbst weiß sehr gut, wie wichtig das ist. Für ihr Studium lernte sie Deutsch. Anders lassen sich die Probleme der Menschen nicht erkunden. Hilfe zu leisten, ist dann schwer. In Litauen leben viele Aussiedler aus Russland und Polen. Litauisch sprechen sie nicht. Daher müssen Sozialarbeiter hier auch russisch sprechen, sagt sie.