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Mittwoch, 04.10.2017

Von Fahnen und Fährten

Weißkeißels Macher bewiesen mit der Feier rund um den Tag der Deutschen Einheit ein glückliches Händchen.

Von Thomas Staudt

Jagdglück: Revierförster Matthias Krunert mit dem erlegten Zehnender vor der Heimatstube Weißkeißel.
Jagdglück: Revierförster Matthias Krunert mit dem erlegten Zehnender vor der Heimatstube Weißkeißel.

© T. Staudt

Fast hätte das Wetter den Feierlichkeiten rund um Weißkeißels Heimatstube am Dienstag einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber nur fast. Kurz vor dem großen Showdown zur Weihe des neuen Wappens und der Fahne hörte der Regen auf. „Glück muss man haben“, kommentierte Bürgermeister Andreas Lysk, der mit den neuen Hoheitssymbolen sehr zufrieden ist. Das Wappen und die Fahne wurden in diesem Jahr ganz neu geschaffen. Sie zeigen ein Ährenbündel auf grünem und links und rechts eine Hirschstange und vier Lindenblätter auf weißem Grund. Die Symbole bilden eine gute Brücke zu den Ausstellungen, befand Revierförster Matthias Krunert. In der Sonderausstellung in der Heimatstube sind – neben den Exponaten der Dauerausstellung zur Dorfgeschichte – bis auf Weiteres einige wichtige Tiere und Pflanzen aus den Wäldern und Wiesen in der Muskauer Heide zu sehen. In der naturnah gestalteten Schau vereinen sich Dachs, Marderhund, ein Frischling, Kiefern und Pilze zu einem künstlichen und dennoch eindrucksvollen Heimattableau, wie es in einem ambitionierten Naturkundemuseum kaum anschaulicher zu finden ist. Ausgestopfte Tiere gab es auch draußen in der mobilen Waldschule des brandenburgischen Jagdverbands.

Den Hingucker lieferte Matthias Krunert selbst. Er erlegte in seinem Revier um Sagar einen Rothirsch, einen zehnjährigen Zehnender, der waidmännisch aufgebrochen, also ausgeweidet, vor der Heimatstube präsentiert wurde. „Wir wollten mit der Ausstellung zeigen, dass Jagen nicht nur Schießen bedeutet“, so Krunert. Jagen im waidmännischen Sinne, bedeute vielmehr so etwas wie der Natur Ehre zu erweisen.

Passend zum Thema spielte die Jagdhornbläsergruppe Muskauer Heide, bei der Matthias Krunert ebenfalls den Ton angibt. Wildtierspezialitäten machten zusammen mit der Präsentation der Freiwilligen Feuerwehr eine runde, eine dem Feiertag angemessen würdevolle und, trotz der toten Tiere, lebendige Sache. Waidmanns Dank.