sz-online.de | Sachsen im Netz

Satire: Was soll das?

Vom Winde zerteilt

21.03.2015
Von Thomas Bärsch

 zerteilt
Hat es auch nicht leicht: die Fledermaus.

© Jens Rydell/Cell Press/dpa

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat am Freitag im Schatten der Sonnenfinsternis die 12. Bundesdeutsche Fledermausfachtagung begonnen und eine wichtige Forderung aufgestellt: Die Energiewende darf nicht mit der Gefährdung von Fledermäusen einhergehen. Dieser Forderung schließen wir uns an. Niemand kann sagen, wie viele Fledermäuse schon von den Flügeln der Windräder erschlagen, zerteilt oder erschreckt wurden. Selbst Fledermausschützer sprechen immer nur von einer Dunkelziffer. Jeder, der im Mathematikunterricht aufgepasst hat, weiß, dass das eine verdammt große Zahl sein muss.

Die Forschung stellt das vor ungeahnte Aufgaben. Sie hat herauszufinden, wann der Tag kommt, an dem es in Deutschland so viele Windräder gibt, dass die Fledermäuse zu Fuß gehen müssen. Auch ist zu ergründen, ob die dann ausbleibenden Flügelschläge schuld daran sein werden, dass die für die Energiewende notwendige Luftbewegung ausbleibt. Sollte dies der Fall sein, muss der fehlende Wind von Fledermausexperten gemacht werden.