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Vom Rathaus in den Handelshof

Die SZ erinnert an Orte, Institutionen und Menschen, die alle kennen. Heute: Die Zittauer Sparkasse im Wandel der Zeit.

07.10.2017
Von Heike Schwalbe

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Die Schalterhalle der Sparkasse Zittau im ersten Stock nach der Renovierung 1968.

© Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien

Die deutschen Sparkassen haben eine lange Geschichte. Die Grundgedanken zur Gründung der kommunalen Geldinstitute waren zum einen die Förderung der Sparsamkeit, zum anderen eine Absicherung für schlechte Zeiten und Altersvorsorge.

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts, 1822, erging an Städte und Gemeinden im Königreich Sachsen ein amtlicher Bescheid zur Gründung von Sparkassen, gefolgt von der ausdrücklichen Aufforderung der Oberamtsregierung Bautzen an den Magistrat von Zittau, sich mit der Gründung einer solchen zu befassen. Eine Prüfung durch Bürgermeister Weise folgte und sein Gutachten, in dem er sich für die Einrichtung des Geldhauses aussprach. Das erste Sparkassen-Regulativ wurde daraufhin bewilligt und bestätigt. Der 28. März 1825 gilt als Eröffnungstag der Zittauer Sparkasse, die als die älteste der Oberlausitz gilt.

Nicht immer befand sie sich in ihrem Haus auf der Frauenstraße 21. Sie wurde zuerst im Zittauer Rathaus eröffnet, siedelte 1840 ins Gewandhaus um und hatte ab 1901 mit dem Haus 13 auf der Neustadt neben dem alten Stadttheater das erste eigene Gebäude. 1909 wurde die Girokasse für den bargeldlosen Geldverkehr gegründet, während die Sparkasse Spargelder und deren Anlage betreute. 1924 erfolgt ein letzter Umzug, nun in den neu gebauten Handelshof. Im ersten Stockwerk konnte sie ihre Geschäftsräume einrichten, während im Parterre Läden und ein Restaurant eröffnet wurden. Hoch über dem Eingangstor prangt seit dieser Zeit die Figur des Hermes. Der griechische Gott des Handels mit seinem Flügelhelm hält hier wohl nach Kunden Ausschau. Elf Jahre später kaufte das Geldinstitut das Areal. 1943 vereinigten sich Giro- und Sparkasse. 1951 schlossen sich auch alle Sparkassen des Kreises zur Kreissparkasse Zittau zusammen.

1968 wurde die Zittauer Schalterhalle, noch immer im ersten Stockwerk, neu gestaltet. Wollte man in den Kundenbereich, musste man über zwei lange Holztreppen steigen. Ein Fahrstuhl fehlte, was schlecht für Gehbehinderte und Menschen im Rollstuhl war. Kinderwagen wurden im Hausflur abgestellt.

Oben rechter Hand gelangte man durch eine schwere Stahltür in die riesige Schalterhalle. Im Erdgeschoss befand sich zu dieser Zeit die Küche der Handelsorganisation mit ihrem Speiseraum sowie einem Lebensmittelgeschäft und im Bereich zur Neustadt war der Möbelhandel mit -ausstellung untergebracht.

Die nächste Fusion gab es nach der politischen Wende. 1994 schlossen sich die Kreissparkassen von Zittau und Löbau zusammen. Zu dieser Zeit wurde auch die dringend notwendige Sanierung begonnen. Nach 18-monatiger Bauzeit wurde am 25. Oktober 1995 nach komplettem, großzügigem Umbau zum modernen Spar- und Kreditinstitut das Haus wiedereröffnet. Kunden wurden in der Zwischenzeit in einem Containergebäude in der Pfarrstraße betreut. Die letzte Sparkassenzusammenlegung geschah am 31. August 2005 mit Görlitz zur Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien mit dem Sitz in Zittau.

Heute ist das Zentrum der Zittauer Sparkasse auf der Frauenstraße 21 ein großer Raum im Parterre, wo Selbstbedienungsautomaten, Kassenschalter, Informationsstände und anderes zu finden sind.

Auch die beliebten Kunstausstellungen sind in der Sparkasse im Bereich zur Neustadt zu finden, die zu den Öffnungszeiten angesehen werden können.