erweiterte Suche
Mittwoch, 14.02.2018

Volkssolidarität bringt Tagesgäste in Schwung

Feiern und tägliche Spaziergänge gehören zum Programm. Wenn es draußen glatt ist, werden drinnen Treppen gestiegen.

Von Jens Hoyer

Die Mitarbeiterinnen der Tagespflege tanzen mit den Senioren bei der Faschingsfeier. Bewegung für die „Tagesgäste“ ist wichtig.
Die Mitarbeiterinnen der Tagespflege tanzen mit den Senioren bei der Faschingsfeier. Bewegung für die „Tagesgäste“ ist wichtig.

© Jens Hoyer

Döbeln. Es war eine fidele Runde, die sich da am Faschingsdienstag im Kreise drehte. Die meisten Lieder sangen die älteren Herrschaften mit: „Am 30. Mai ist Weltuntergang“ und „Schnaps, das war sein letztes Wort“ dröhnte durchs Erdgeschoss im Haus der Volkssolidarität an der Dresdner Straße. Dort ist die Tagespflegeeinrichtung des Sozialverbandes untergebracht. Die Faschingsfeier ist immer einer der Höhepunkte im Alltag der „Tagesgäste“, wie die betreuten älteren Menschen in der Sprache der Tagespflegeeinrichtung heißen. 21 Frauen und Männer werden derzeit betreut. „Es sind aber nicht alle da. Die Grippewelle macht vor uns nicht halt“, sagte Norma Börne, die Leiterin der Einrichtung. Fünf Mitarbeiter und eine Praktikantin beschäftigen die Tagesgäste von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr und entlasten damit Familien von der Betreuung ihrer Angehörigen, die häufig nicht nur unter körperlichen Gebrechen, sondern auch unter Demenz leiden.

Weihnachtsfeier und Sommerfest gehören auch in den Jahreslauf der Einrichtung – und Ausflüge. „Wir haben jetzt einen neuen Kleinbus, mit dem wir Ausflüge in die nähere Umgebung unternehmen können“, sagte die Leiterin. Sie hält es für wichtig, dass die Tagesgäste in Bewegung bleiben. „Wir gehen oft raus, und wenn es bei zehn Grad unter Null nur zehn Minuten sind“, erzählte sie. „Und wenn die Witterung das nicht zulässt, dann bewegen wir uns im Haus.“ Das heißt: Treppen hinaufsteigen und mit dem Fahrstuhl wieder zurück. Das Training beuge auch Stürzen und Krankheiten wie Lungenentzündung vor.

Neben der Tagespflegeeinrichtung widmet sich die Volkssolidarität der ambulanten Pflege. Über 60 Mitarbeiter sind in der Pflegestation angestellt, so Geschäftsführerin Antje Klotsch, die sich für die Faschingsfeier selbst ein Hütchen aufgestülpt hat. Von den Plänen, eine Einrichtung für Kurzzeitpflege einzurichten, hat sich die Volkssolidarität aber verabschiedet. „Die lässt sich nur in Verbindung mit einem Pflegeheim kostendeckend betreiben“, so die Geschäftsführerin.