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Freitag, 11.11.2016

Volkshochschule zieht bald ins Zentrum

Der neue Standort wird teuer. Dafür wird auch das Gebäude an der Gerokstraße aufgegeben.

Von Ronja Münch

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VHS-Direktor Jürgen Küfner im Dachgeschoss des neuen Hauptsitzes. Hier kann demnächst bei einem Kaffee der Blick auf die Altstadt genossen werden.
VHS-Direktor Jürgen Küfner im Dachgeschoss des neuen Hauptsitzes. Hier kann demnächst bei einem Kaffee der Blick auf die Altstadt genossen werden.

© René Meinig

Jürgen Küfner kommt aus dem Schwärmen kaum heraus. „Das ist ein ideales, modernes Gebäude für uns“, sagt der Direktor der Volkshochschule (VHS). Der neue Standort, ein Bürohaus in der Annenstraße, liegt zentral – nur wenige Hundert Meter vom Postplatz entfernt.

Bis zum Jahresende muss die VHS raus aus dem alten Gebäude am Schilfweg. Das einstige Schulhaus ist marode, besonders gravierend sind die Brandschutzmängel. Es soll jetzt saniert werden. Die 149. Oberschule wird laut Schulnetzplan in drei bis vier Jahren einziehen. Traurig ist Küfner nicht, dass er und seine Mitarbeiter umziehen. Sie hätten sich schon länger eine zentrale Unterbringung gewünscht.

Ein bisschen Fantasie braucht es im neuen Gebäude derzeit noch, um sich vorzustellen, wie die Räume einmal aussehen werden. „Bitte aufpassen mit den Türen, die sind zum Teil frisch gestrichen“, warnt der Direktor. Gerade werden noch die letzten Fußböden verlegt, die Wände sind schon weiß. Hinweisschilder, Geräte und Einrichtung sollen bald folgen. Für neue Technik wurden laut Küfner etwa 80 000 Euro ausgegeben, für Möbel etwa 50 000. Über vier Stockwerke erstrecken sich die Räume für Sprach-, Sport-, Computer-, Musik- und Kunstangebote. Außerdem wird es zwei große Vortragssäle und eine Bibliothek geben. In einem Raum im vierten Stock riecht es nach Farbe, aber nicht mehr lange. „Bald duftet es hier nach Gewürzen“, sagt Küfner. Hier entsteht die Lehrküche. Des Direktors Lieblingsort aber ist das große Café mit Terrasse im Dachgeschoss, rundum verglast. Hier soll nicht nur Kaffee getrunken und die Aussicht genossen werden, es wir auch eine kleine Bühne für Veranstaltungen geben.

Günstig ist all das nicht. Ursprünglich hieß es, die Stadt werde den Umzug zahlen, das ist jedoch nicht geschehen. Der Vermieter übernimmt die Investitionskosten, diese zahlt die VHS aber jedes Jahr als Zulage auf die Miete drauf. Etwa 648 000 Euro im Jahr, mit Nebenkosten. Den Großteil davon übernimmt die Stadt, 200 000 Euro müssen aus eigener Tasche zusammengekratzt werden. Der Standort Gerokstraße wird deswegen zusätzlich geschlossen. Dann fehlen aber immer noch etwa 100 000 Euro. Küfner rechnet am neuen Standort mit mehr Kursteilnehmern. Er zählt außerdem auf weitere Unterstützung durch die Stadt. „Wir hoffen, dass erkannt wird, wie wichtig unser Bildungsangebot ist.“ Die Preise sollen nach Möglichkeit nicht erhöht werden, ausschließen kann der Direktor das aber nicht.

Leser-Kommentare

Insgesamt 4 Kommentare

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  1. Peter

    Besonders gravierend sind nicht die Brandschutzmängel sondern besonders stark sind die Brandschutzanforderungen gestiegen! Klingt ja sonst so, als ob jedes Bestandsgebäude von Anfang an schlecht gebaut worden ist...

  2. Leser

    #1 Peter: so gravierend können die Brandschutzmängel aber nicht sein denn im gerade von noch Bildungsbürgermeister LAMES vorgestellten Plan soll das Gebäude für die 149. Oberschule saniert werden (was ja jahrelang von der Volkshochschule gefordert aber angeblich wegen ... nicht machbar).

  3. Angelika

    Schön, dass die VHS endlich einen attraktiven Standort im Zentrum von Dresden gefunden hat. Die Stadt verspricht nur, doch wenn es ans Bezahlen geht, dann kommen die Ausflüchte. Sicher werden mehr Nutzer die umfassenden Angebote der VHS weiterhin zahlreich nutzen, doch die zusätzlichen Kosten auf die Kursteilnehmer umzulegen finde ich nicht so toll. Nicht jeder kann sich steigende Preise leisten und wird so auf manch einen Kurs verzichten - schade.

  4. Seidnitzer

    Die 149. Mittelschule soll am Berthelsdorfer Weg entstehen, nicht am Schilfweg.

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