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Samstag, 21.01.2017

Volkersdorfer bekommen Hilfe aus dem Elbtal

30 km/h für alle hat der Kreis abgelehnt. Helfen könnte eine Tempotafel. In Radebeul hat man damit schon reichlich Erfahrung gesammelt – und will sie teilen.

Von Sven Görner

In Radebeul sind wie hier auf der Meißner Straße in Zitzschewig seit Jahren Tempo-Tafeln im Einsatz. Wären sie auch eine Lösung für die Probleme der Volkersdorfer?
In Radebeul sind wie hier auf der Meißner Straße in Zitzschewig seit Jahren Tempo-Tafeln im Einsatz. Wären sie auch eine Lösung für die Probleme der Volkersdorfer?

© Arvid Müller

Volkersdorf. Derzeit lässt das Winterwetter viele Autofahrer etwas weniger kräftig aufs Gaspedal treten als sonst. Sicherer ist es für die Volkersdorfer auf der Ortsdurchfahrt, der Staatsstraße 96, dadurch dennoch nicht. Denn Schnee und Eis an den Straßenrändern sorgen bei fehlenden Fußwegen für zusätzliche Gefahr.

Anderthalb Wochen ist es jetzt her, dass den Initiatoren der Unterschriftensammlung für ein einheitliches Tempo-30-Limit auf der gesamten Durchfahrt der für sie negative Bescheid vom Landratsamt auf den Tisch flatterte (die SZ berichtete). Inzwischen haben sie ihr weiteres Vorgehen abgestimmt und eine längere E-Mail an den Landratsamts-Dezernenten Manfred Engelhard geschrieben. Dieser war im Oktober vergangenen Jahres gemeinsam mit Viola Werbig, der Leiterin des Kreisverkehrsamtes sowie Vertretern der Polizei und des Landesamts für Straßenbau und Verkehr beim Vor-Ort-Termin gewesen. Bei diesem hatten die Volkersdorfer auch die rund 350 Unterschriften übergeben.

In ihrem Schreiben bitten die Volkersdorfer vor allem um die Umsetzung von zwei Vorschlägen. Einen davon hatte die Leiterin des Kreisverkehrsamtes bei der Runde in Volkersdorf selbst in Gespräch gebracht. Gewissermaßen als Alternative zur Forderung der Initiatoren der Unterschriftensammlung, Tempo 30 auch auf den rund 350 Metern zwischen Ortseingang aus Richtung Bärnsdorf und dem Abzweig der Moritzburger Straße für alle Fahrzeuge auszuweisen und nicht nur für Lkw. Sie hatte vorgeschlagen, stattdessen die bereits vorhandenen Schilder „Achtung Kinder“ zu versetzen und so deren Geltungsbereich zu vergrößern.

In dem Bescheid, mit dem die Volkersdorfer Forderung abgelehnt wurde, nimmt das Amt sogar auf diese Gefahrenzeichen Bezug. Die Höchstgeschwindigkeit im Schutzbereich dieses Zeichens müsse so gewählt werden, dass ohne Gefahrenbremsung angehalten werden kann, wenn plötzlich ein Kind auftaucht. Innerorts bedeute das eine Geschwindigkeit von nicht mehr als 30 km/h, je nach Situation auch deutlich weniger. „Dieses Gefahrenzeichen hat damit eine wesentlich höhere Bedeutung als eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h.“

Der andere Vorschlag war von den Initiatoren mündlich geäußert worden. Tempo 30 wenigsten von 6 bis 18 Uhr. Dieser Wunsch dürfte allerdings mit den gleichen Begründungen abgelehnt werden, wie die generelle Geschwindigkeitsbegrenzung.

Helfen könnte neben dem Versetzen der Schilder indes auch das Anbringen einer Tempotafel. Nachdem die SZ über diese Idee geschrieben hatte, meldete sich Veit Tittel vom Bündnis Verkehrsentlastung Elbtal in der Redaktion. „Unser Bündnis setzt sich seit Jahren für solche Tafeln ein und wir haben in Radebeul derzeit sieben Stück. Drei werden von der Stadt betreut, drei von uns und eine Tafel ist aus einer Privatinitiative hervorgegangen“, schreibt er. „Wir haben die Wirkung aller Typen durch Messungen vor und nach Aufstellung der Tafeln untersucht.“

Das Ergebnis: Es traten immer Verbesserungen der Geschwindigkeitseinhaltung ein, welche je nach Standort mal bei nur drei bis fünf km/h aber auch bei zehn bis 15 km/h lagen. „Wenn gewünscht, können wir den Volkersdorfern gern unsere Erfahrungen mitteilen oder eine Tafel probeweise zur Verfügung stellen.“ In Volkersdorf freut man sich über die unverhoffte Hilfe. „Das ist ja eine ganz tolle Nachricht“, sagt Jürgen Simon, einer der Initiatoren der Unterschriftenaktion.