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Montag, 13.11.2017

Völlig abgefahren

Die Frauen-Auswahlmannschaft der TU Dresden will international starten. Das Geld dafür soll ein Kalender bringen.

Von jana Mundus

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Alte Autos und junge Mädchen – das Konzept könnte aufgehen, hoffen die Volleyballerinnen. Mit den Einnahmen aus den Kalendern haben sie Großes vor. Fotos: Stefan Odenbach
Alte Autos und junge Mädchen – das Konzept könnte aufgehen, hoffen die Volleyballerinnen. Mit den Einnahmen aus den Kalendern haben sie Großes vor. Fotos: Stefan Odenbach
  • Alte Autos und junge Mädchen – das Konzept könnte aufgehen, hoffen die Volleyballerinnen. Mit den Einnahmen aus den Kalendern haben sie Großes vor. Fotos: Stefan Odenbach
    Alte Autos und junge Mädchen – das Konzept könnte aufgehen, hoffen die Volleyballerinnen. Mit den Einnahmen aus den Kalendern haben sie Großes vor. Fotos: Stefan Odenbach
  • Autos waschen wollte Ulrike Gebhardt eigentlich mit ihren Volleyballkolleginnen, um an Geld zu kommen. Nun sind die Damen der TU-Auswahl in zwei Kalendern zu sehen.
    Autos waschen wollte Ulrike Gebhardt eigentlich mit ihren Volleyballkolleginnen, um an Geld zu kommen. Nun sind die Damen der TU-Auswahl in zwei Kalendern zu sehen.

Hübsche Frauen, die schicke Autos waschen. Die Volleyballerinen der Auswahlmannschaft der TU Dresden konnten sich das ganz gut vorstellen. Stefan Odenbach allerdings überhaupt nicht. Der Professor und Studiendekan für den Studiengang Maschinenbau organisiert jedes Jahr die Campus Classics, die Rallye für Oldtimer-Fahrzeuge der TU Dresden. Genau dort wollten die jungen Frauen Autos putzen. Das Ansinnen der Sportlerinnen verstand Odenbach trotzdem. Sie brauchten Geld, denn sie wollten an den Europäischen Hochschulmeisterschaften in Polen teilnehmen. Also kam er auf eine andere Idee – eine, die sich nun jeder an die Wand hängen kann.

An den Moment, als ihr Professor ihr den Vorschlag machte, kann sich Ulrike Gebhardt noch heute gut erinnern. „Er schlug Fotos von uns mit den Oldtimern vor, die in einem Kalender veröffentlicht werden“, erzählt sie. „Ich dachte anfangs, die Mädels werden das wohl nicht wollen.“ Doch sie irrte sich. Die Mannschaft fand die Idee super. Das war vor gut einem Jahr. Stefan Odenbach stellte sich gleich als Fotograf zur Verfügung. Zwei Tage lang trafen sich alle zum Fotoshooting, machten Bilder von Autos und Volleyballerinnen. Insgesamt 5 000 Kalender entstanden daraus. Mit dem eingenommenen Geld wurde der Traum von einem Start bei den Hochschulmeisterschaften im Volleyball zur Wirklichkeit. „Eine Reise, die wir wohl alle nicht so schnell vergessen werden.“ Wohl auch durch den vierten Platz, den sie dort belegen konnten.

Weil das Projekt so gut funktioniert hat, versuchen die Volleyballerinnen es nun erneut. Bei den Deutschen Meisterschaften im Hochschul-Volleyball belegten sie in diesem Jahr den dritten Platz. Mit diesem Ergebnis haben sie Chancen, an den Europäischen Hochschulspielen 2018 teilzunehmen, eine Art Olympische Spiele für den Hochschulsportbereich. Stattfinden werden sie im Juli in Portugal. Doch damit sie starten dürfen, müssen sie eine Meldung abgeben. Dabei muss auch gewährleistet sein, dass sie die Unterbringungskosten finanziell stemmen können. „Mit Flug und Reisekosten brauchen wir fast 10 000 Euro für die Reise“, sagt Gebhardt.

Zum zweiten Mal wurden deshalb nun Kalender-Fotos gemacht. Die 13 Spielerinnen der Mannschaft überlegten diesmal noch viel intensiver mit, welche Motive sie dafür fotografieren wollten. Letztlich suchte sich jede das Motiv aus, für das sie abgelichtet werden wollte. „Die zwei Tage Shooting sind immer eine lustige Sache für uns“, erzählt sie weiter. 13 Frauen, die über Haare, Make-up und Klamotten beraten, seien ein sehr unterhaltsamer Haufen.

Auf das nun fertige Ergebnis ist die Mannschaft stolz. Gleich zwei Kalender für je 15 Euro sind entstanden: die Mannschaftsedition und die Version „Aufbautraining“, in dem die Damen auch in knapperer Bekleidung zu sehen sind. Bis Ende November können Vorbestellungen angenommen werden, dann werden die Kalender produziert. „Wir drucken nur nach Kundenwunsch“, erklärt die Volleyballerin Ulrike Gebhardt. So vermeidet das Team, dass es Ladenhüter produziert. Alle hoffen, dass sich auch in diesem Jahr 5 000 Kalender verkaufen lassen und sie dann in Portugal um den Sieg mitspielen können.

Kalenderbestellung: für 15 Euro plus fünf Euro Versandkosten, falls Abholung auf dem Campus nicht möglich ist, unter: www.volle-y-power.de

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