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Donnerstag, 24.03.2016

Vision von Seebühne im Ostragehege

Die Ideen zum Ostra-See werden konkreter. Womöglich sind neben Wassersportlern bald auch Musikstars auf dem Wasser.

Von Felix Keßler

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Musik und Segler auf dem Wasser, Zuschauermassen an Land. So stellt sich Architekt Till Rehwaldt die Nutzung der brachliegenden Flutrinne zwischen Messe und Sportpark vor.
Musik und Segler auf dem Wasser, Zuschauermassen an Land. So stellt sich Architekt Till Rehwaldt die Nutzung der brachliegenden Flutrinne zwischen Messe und Sportpark vor.

© Rehwaldt Landschaftsarchitekten

Kleine Sanddünen ragen in das blaue Wasser hinein, von einer Holzterrasse lassen Kinder die Beine ins kühle Nass baumeln. Ginge es nach Landschaftsarchitekt Till Rehwaldt, wäre seine Idee, ein See im Ostragehege, längst Wirklichkeit. Sein Büro will statt der öden Flutrinne zwischen Messe und Sportpark ein Staubecken samt Flaniermeile und Wassersportmöglichkeiten kreieren. Erste Entwürfe wurden gegen Ende letzten Jahres präsentiert, am Dienstagabend folgte nun eine öffentliche Runde. Schließlich soll die Idee zusammen mit den Anwohnern weiterentwicklt werden.

Es zeigte sich: Die Pläne des Architekten reichen offenbar noch weiter. Mit einer Bühne im Wasser und Zuschauerrängen am Ufer könnte eine Konzertstätte nach Bregenzer Vorbild entstehen. In lauen Sommernächten soll das Areal zudem stilvoll beleuchtet werden.

Neben Rehwaldt selbst sprachen auch Diplom-Geologe Axel Pörschke und Stadtentwicklerin Angela Mensing-de Jong vor. Pörschkes Fazit: machbar wäre es. Im Erdreich der Flutrinne, die offiziell als Gewässer gilt, sind vor allem jahrhundertealte Kies-Ablagerungen von Elbe und Weißeritz vorzufinden. Auf ihnen ließe sich bauen. Grundwasser erwartet Pörschke in etwa sechs Metern Tiefe. Der genaue Stand ist jedoch vom Flusspegel abhängig. Ist der sehr hoch, stößt man schon in einem halben Meter Tiefe auf Wasser.

Die Nähe zur Elbe könnte für die Planer Fluch und Segen zugleich werden. Einerseits besteht tatsächlich eine Chance auf klares Wasser im See, denn die unterirdischen Kiesschichten haben eine filternde Wirkung. Doch wie lange diese Selbstreinigung nach einer Flutung durch ein Elb-Hochwasser dauert, ist ungewiss. Stadtentwicklerin Mensing-de Jong spricht dennoch von einem Projekt mit „großer Strahlkraft“, das den Dresdner Westen weit voranbringe. Dass Hunderte Messeparkplätze dann ebenfalls im See verschwinden, sieht sie gelassen. „Dafür gibt es ja die Verbindung mit der Straßenbahn.“ Hoffnung auf eine unkomplizierte Lösung machen vor allem die Besitzansprüche in der Gegend – einzig die Stadt und der Freistaat treten als Eigentümer der Rinne auf.

Das mindert allerdings nicht die Anzahl der betroffenen Interessensgruppen. „Was wird dann aus den Ballonfahrern?“, erkundigt sich ein Bürger in der anschließenden Diskussion. Die nutzen die Flutwiesen momentan als Startplatz. Solche Konflikte sind auch den Planern bekannt, weitere Bürgerrunden sollen Klarheit schaffen.

Wasserflächen als Erholungsgebiete liegen in Europa schon lange im Trend. Prominentestes Beispiel ist die Donauinsel in Wien. Mittlerweile sind dort auf einer ehemals brachliegenden Schwemmfläche Kitesurfer unterwegs. Der Ostra-See wäre für sie als Revier ähnlich attraktiv.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 14 Kommentare

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  1. Jonathan

    Welche Wassersportler sollen da überhaupt hinkommen? Für Kitesurfen oder Windsurfen braucht es Wind, und zwar am besten mehrere Km störungsfrei aus der Windrichtung und am besten größer 10 Knoten (18 km/h) Das haben wir dort leider überhaupt nicht oft, es ist ziemlich windstill dort. Was für die Ballonfahrer wieder gut ist. Wenn man dann noch die Story von den Messeplätzen und dem Strassenbahnersatz liest, dann gute Nacht. Davon ist nichts aber auch gar nichts praktikabel.

  2. Ralph

    Da sind ja wieder Spezialisten am Werk. Der Name des Areals sagt ja eigentlich schon alles "Flut"rinne. In anderen Stadtteilen wird störende Bebauung und Bewuchs aus Überflutungsgebieten entfernt und hier?

  3. Bernd

    Und dann muss noch ein Geländer ringsherum, damit keiner in den Pool fällt. Und auf das Geländer kommt noch aus Holz eine Besucherrückhaltevorrichtung nach TGL 08/15. Dass ist ja nicht so ungewöhnlich...wie man dieser Tage sieht! Alles veranlasst vom Aussengeländeramt der Stadt Dresden.

  4. Kragler

    Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.

  5. Helga

    Lasst das ja alles so, wie es jetzt ist.

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