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Viele Akteure knüpfen Band der Einheit

Die Städtebund-Partner feiern traditionell gemeinsam. Aus Landsberg kommt der Wunsch nach mehr Aufbruchstimmung.

04.10.2017
Von Claudia Erbert

eure knüpfen Band der Einheit
Das bunte Band der Einheit, das in der Kirche geknüpft wurde, bringen Pfarrerin Katja Schulze und Pfarrer Reinald Richber mit zur Freilichtbühne. Foto: André Braun

© andré braun

Hartha. Beim Auftakt, dem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche, knüpfen die zahlreichen Besucher mit den Besuchern aus ihren Partnerstädten ein buntes Band der Einheit. Pfarrer Reinald Richber aus Waldheim und Pfarrerin Katja Schulze aus Leisnig bringen das aufgerollte Knäuel mit zum Frühschoppen an die Freilichtbühne. Dort bringen sie es mit Klammern an der Überdachung des Festplatzes an. Zunächst sieht es nicht sehr freundlich aus, am Morgen ist der Himmel noch grau, pünktlich zum Fassbieranstich regnet es, aber dann wird es besser, sogar die Sonne kommt raus und nur ein weiterer Schauer kurz vor Ende der Veranstaltung lässt die Besucher noch mal unter die Dächer verschwinden. Die gibt es seit dem Dauerregen letztes Jahr.

Der Waldeimer Dietmar Hack, der bereits vor der Einheit die Weichen für die Partnerschaft von Waldheim und Landsberg stellte, hat sich auch jetzt wieder engagiert: „Ich hatte beim Tag der Sachsen Gelegenheit, mit Ministerpräsident Tillich zu sprechen und ihm unseren Freundeskreis Sachsenkreuz vorzustellen. In einem Brief bat ich ihn, unsere ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen.“ Sehr zur Freude der Mitglieder hat Tillich geantwortet und ein Grußwort geschickt. Dieses wird im Gottesdienst verlesen: „Er würdigt unsere Arbeit als eines von vielen Beispielen, wie Menschen die Einheit genutzt haben, tatkräftig mitzugestalten.“ Dietmar Hack wünscht sich, dass wieder mehr von dieser Aufbruchsstimmung zu spüren ist, dass die Zusammenarbeit der Städte wieder erfolgreicher wird. Auch Silke Weise, die als Harthaerin dabei ist, ist etwas enttäuscht, dass so wenige Vereine die Chance nutzen, sich zu präsentieren. Kaum mehr als zwei Vereine pro Stadt sind dabei, die Begründung von vielen, dass in den Ferien ein Großteil der Mitglieder nicht da ist, will sie nicht ganz gelten lassen: „Es wäre schöner, wenn die Vereine den Nutzen dieser Veranstaltung sehen würden und mit einem Stand oder beim Programm mitwirken.“

Den Harthaer Kulturbeitrag gestalten die Black Diamonds mit Tänzern aller fünf Gruppen und die Karatekämpfer, die ebenfalls im Tanzsaal trainieren. Sie wechseln sich mit dem Waldheimer Volkschor und den Leisniger Linedancern ab. Zwischen den Beiträgen gibt es Discomusik und Udo Schmidt lockert das Programm mit vielen Fragen an die Akteure auf und sorgt dafür, dass das Fest ein kleines bayrisches Highlight bekommt: Nachdem Roland Kunze mit dem obligatorischen Glasbruch das Freibier-Fass angestochen hat, lässt er Harry Reitmeier, Städtepartnerschafts-Referent in der Stadtverwaltung Landsberg, verkünden: „O’zapft is!“

Aus Leisnig sind Mitglieder vom Kulturbund und vom Heimatverein gekommen. „Wir haben sehr viele Gruppen, vom Seniorentanz über den Literaturkreis, Wandergruppe und die Schreiber des Neuen Mildensteiner Erzählers“, erklärt Vorsitzender Uwe Reichel. „Wir haben keine Illusionen, dass wir Jugendliche für unsere Arbeit begeistern können, aber machen auch regelmäßig Projekte mit der Schule, so dass sich vielleicht jemand mit 40 erinnert und dann mitarbeiten möchte.“ Regelmäßig stöbern die Mitglieder in der Stadtgeschichte und suchen Jubiläen von historischen Ereignissen, die sie dann vorstellen. Zur Einheitsfeier haben sie viele Publikationen mitgebracht. „In diesem Jahr geht es natürlich vor allem um die Reformation, schließlich war die Leisniger Kastenordnung von Luther die erste in ganz Deutschland.“ Einige Interessierte können sie beim Frühschoppen für ihre Themen begeistern. Auch als die drei Stände geschlossen werden und die Harthaer Feuerwehr die Gulaschkanone wieder abtransportiert hat, bleiben die Gäste und nutzen die Gelegenheit, auch mit den vielen Politikern ins Gespräch zu kommen. Erst am späten Nachmittag geht der musikalische Frühschoppen langsam zu Ende und der Freundeskreis Sachsenkreuz kann diese Veranstaltung bis auf die fehlenden Vereine als Erfolg verbuchen.