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Mittwoch, 13.09.2017

Viel Aufwand für 100 Meter Straße

Nach der Unterbrechung des Straßenbaus läuft nun die Plangenehmigung. Wann es weiter geht, bleibt offen.

Von Frank Korn

Große Teile des Scheergrundweges sind bereits saniert. Für das letzte Teilstück von etwa 100 Metern läuft nun ein Plangenehmigungsverfahren.
Große Teile des Scheergrundweges sind bereits saniert. Für das letzte Teilstück von etwa 100 Metern läuft nun ein Plangenehmigungsverfahren.

© Dietmar Thomas

Leisnig. Die Stadt Leisnig und die Gemeinde Großweitzschen haben für die Sanierung der Ortsverbindungsstraße von Westewitz nach Leisnig ein Plangenehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung beantragt. Der Bauplan mit Zeichnungen und Erläuterungen liegt noch bis zum 10. Oktober sowohl in der Stadtverwaltung Leisnig (Bürgerbüro) als auch in der Gemeindeverwaltung Großweitzschen (Bauamt) aus. Auch auf der Internetseite der Landesdirektion Sachsen (www.lds.sachsen.de) können die Unterlagen eingesehen werden.

Die Arbeiten auf der schmalen Ortsverbindungsstraße waren im Oktober 2015 größtenteils fertiggestellt. Nur der Abschnitt Mühlgraben bis zur Gemarkungsgrenze Großweitzschen/Stadt Leisnig stand noch aus. Dann meldete sich aber die Grüne Liga Sachsen zu Wort. Die Naturschutzbehörde des Landkreises war vor Baubeginn angehört worden und hatte angeordnet, im Zuge des Straßenbaus 20 neue Bäume zu pflanzen.

Die Auflage sah der Verein aber als unzureichend an. Der Anwalt der Grünen Liga wandte sich deshalb an beide betroffenen Kommunen, verlangte einen Baustopp. Leisnig und Großweitzschen willigten ein, um keine weiteren Konfrontationen heraufzubeschwören. „Uns liegt nichts daran, uns zu streiten“, sagte Großweitzschens Bürgermeister Ulrich Fleischer (parteilos) damals gegenüber dem DA. Dass die Straße saniert werden muss, war für ihn aber klar: „Die ist an einigen Stellen so schmal gewesen, dass es schwierig war, dort einen Fahrradfahrer zu überholen.“ Letztlich entzog das Landratsamt wegen der umweltrechtlichen Zweifel die Baugenehmigung für die Straßensanierung.

Es wurde ein Gutachten zur Umweltverträglichkeit erstellt, weil die Straße teilweise im FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat-Gebiet) „Muldentäler oberhalb des Zusammenflusses“ sowie teilweise im Vogelschutzgebiet „Täler in Mittelsachsen“ liegt. Dieses kann in den Unterlagen zur Plangenehmigung eingesehen werden. In den Unterlagen wird die Bedeutung des Straßenbaus unterstrichen. „Durch die Behebung von Straßenschäden kann die Straße als Teil des überregional bedeutsamen Muldentalrad- und Wanderweges, insbesondere von Radfahrern und Skatern, besser genutzt werden“, heißt es darin. Positiv wirke sich neben dem neuen Fahrbahnbelag auch die verbreiterte Fahrbahn für Begegnungsverkehr und überholende Autos aus. Mit der Realisierung des Vorhabens würden die an den Weg gebundenen Erholungsfunktionen verbessert. Jedoch führe die Sanierung des Scheergrundweges nicht zu einer Verringerung bestehender Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft.

Nach Ende der Auslegungsfrist am 10. Oktober besteht einen Monat lang (bis 10. November) die Möglichkeit, sich zum Vorhaben schriftlich zu äußern. Nach Ende dieser Frist entscheidet die Landesdirektion Sachsen, wie es weiter geht.