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Donnerstag, 11.01.2018

Video: „Das ist mein Hobby“

Abschnitt für Abschnitt, Ladung für Ladung, Schicht für Schicht - Peter Scholl formt mit seiner Pistenraupe die Strecke für den ersten Ski-Weltcup in Dresden. Ein Job, für den sich der Allgäuer extra Urlaub genommen hat.

Von Fabian Schröder

3 Das Königsufer bekommt Schnee

Peter Scholl walzt mit seinem Pistenbully die Strecke für den Langlaufweltcup zurecht. Für diesen Job hat er sich Urlaub genommen.
Peter Scholl walzt mit seinem Pistenbully die Strecke für den Langlaufweltcup zurecht. Für diesen Job hat er sich Urlaub genommen.

© Fabian Schröder

Dresden. „Er ist so erfahren. Ihn kann man ruhigen Gewissens auch die ganz schweren Strecken präparieren lassen“, sagt Georg Zipfel und deutet auf eine der beiden Pistenraupen, die gerade hinter ihm am Elbufer über ein weißes Band aus Kunstschnee walzen. Der international renommierte Strecken-Designer weiß: „Bei einem Stadtkurs braucht man viel Fingerspitzengefühl und Leute wie ihn.“ Gemeint ist Peter Scholl.

Der Allgäuer sitzt am Steuer einer der zwei eingesetzten rund acht Tonnen schweren Bullys. Sein Job ist es, 5 000 Kubikmeter Schnee optimal zu verteilen. Nur so können für den ersten Langlauf-Weltcup in Dresden optimale Wettkampfbedingungen hergestellt werden. Viel Verantwortung liegt also in den Händen des 56-Jährigen, der sein Kettenfahrzeug akkurat entlang einer Markierung lenkt und mit einem Joystick ein etwa fünf Meter breites Räumschild fein justiert. Der Schnee darf nicht zu breit gefahren werden, das Schild keine Begrenzung berühren. „Außerdem muss ich hier auf den Untergrund noch mehr aufpassen als auf gewöhnlichen Naturstrecken“, erklärt Scholl, der am Donnerstagvormittag noch einen sehr langen Arbeitstag vor sich hatte.

Das Königsufer bekommt Schnee

Die Arbeit in Dresden ist für den Bully-Profi nicht nur wegen der besonderen Kulisse aufregender als andernorts. „In Naturstadien wird der Schnee meist vor Ort produziert. Man kann ihn jeden Tag verschieben. Hier wird die Auflage von Lastwagen angeliefert und muss innerhalb von 24 Stunden verteilt werden“, so Scholl. Abschnitt für Abschnitt, Ladung für Ladung, Schicht für Schicht formen er und sein Kollege seit 6 Uhr die 1,4 Kilometer lange Piste. 30 Zentimeter dick soll sie überall werden. „Morgen früh muss das Ding fertig sein“, sagt er und walzt wieder los.

Scholl kennt sich in Oberstdorf aus und hat auch schon in Düsseldorf für City-Events die Pistenarbeit gemacht. „Das ist aber nicht mein Beruf. Das ist hier ist mein Hobby“, sagt er. „Im normalen Leben bin ich Elektriker und arbeite in einer Fachklinik.“ Damit er in Dresden die Pistenraupe fahren kann, hat er sich Urlaub genommen. Er ist damit einer von rund 230 Helfern, die freiwillig die Weltcup-Premiere in der sächsischen Landeshauptstadt unterstützen.

Leser-Kommentare

Insgesamt 3 Kommentare

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  1. Max

    Muss so etwas unbedingt sein?

  2. Moritz

    JA!! Immer noch besser und räumlich begrenzter als die ewigen Radrennen und (Marathon)läufe, die die halbe Stadt in Geiselhaft nehmen.

  3. Franz Friedrich

    Das Ganze ist an Verlogenheit und Scheinheiligkeit nicht mehr zu überbieten. Unter dem Denkmäntelchen von Luftreinheit, Feinstaubbelastung und Umweltschutz Tempo 30 in der Innenstadt fordern und fördern, den Individualverkehr wo immer es irgendwie geht einschränken und behindern indem man Fahrspuren einschränkt und rückbaut, Straßen verschmälert, Grüne Wellen durch Rote Wellen ersetzt, Parkplätze und Parkbuchten verringert und weitere Idiotien. Und dann wird mit dreckigem Braunkohlestrom künstlich Schnee erzeugt, mit 100en LKW auf die ach so sensiblen Elbwiesen gekarrt, der dann mit Pistenbullis von sonst woher breit gefahren wird. Für die Steuergeldvernichtung von 1,7Mio. sollte man die Verantwortlichen hinter Gitter bringen. Meine nächsten Kreuze mache ich nun auch bei AFD!

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