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Freitag, 13.04.2018

Viathea geht fremd

Am 1. Juli gibt es eine Stippvisite des Görlitzer Straßentheaters in Bad Muskau.

Von Christian Köhler

Christiane Hoffmann vom Theater Görlitz-Zittau, Bad Muskaus Stadtwerke-Sprecher Igor Dimitrijoski, Regina Risy von der Sparkassenstiftung, Bad Muskaus Bürgermeister Andreas Bänder und Parkdirektor Cord Panning (von links nach rechts) freuen sich auf das Viathea-Gastspiel in der Parkstadt.
Christiane Hoffmann vom Theater Görlitz-Zittau, Bad Muskaus Stadtwerke-Sprecher Igor Dimitrijoski, Regina Risy von der Sparkassenstiftung, Bad Muskaus Bürgermeister Andreas Bänder und Parkdirektor Cord Panning (von links nach rechts) freuen sich auf das Viathea-Gastspiel in der Parkstadt.

© Joachim Rehle

Bad Muskau/Görlitz. Seit Bauarbeiter im Badepark in Bad Muskau den Glanz der alten Villen wieder herstellen, ist der ehemalige Kurpark bereits aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Doch damit nicht genug. Während bald schon in die Villa Bellevue oder in die Villa Pückler wieder Leben einzieht, soll auch der Park mit seinen verwunschenen Ecken und Tälern erwachen. Dafür sorgen am 1. Juli Straßenkünstler des Viatheas, eines der Vorzeigeprojekte des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau. Seit 1995 verwandelt das Straßentheater Görlitz und Zgorzelec alljährlich in eine Kunststadt. Was also, wenn selbige Verwandlung auch mit dem Badepark geschieht?

„Ich bin zuversichtlich, dass es eine gelungene Veranstaltung wird“, erklärt Bad Muskaus Bürgermeister Andreas Bänder (CDU). Er hofft, auch in seiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Fürst-Pückler-Park, dass sich das Straßentheater in Pücklers Badepark langfristig präsentiert. Und die Zeichen dafür stehen günstig: „Es ist eine ganz fantastische Kulisse für unser Straßentheater“, schwärmt Viathea-Projektleiterin Christiane Hoffmann.

Sie folgt damit dem Vorbild des Görlitzer Jazzfestivals, das nun schon seit Jahren Station in Bad Muskau macht. Ganz neu sind solche Ausflüge aber auch für das Görlitzer Theaterfestival nicht, das einst aus einer Kooperation mit dem traditionsreichen Hirschberger Festival hervorging. So gastierten Gruppen aus Görlitz jahrelang in Zawidow (Seidenberg) und auch in Hoyerswerda.

Mit sechs internationalen Theatergruppen aus Deutschland und den Niederlanden will das Görlitzer Straßentheater nach Bad Muskau in den Badepark kommen. „Wir haben uns genau umgesehen, und die Ideen sind geradezu gesprudelt“, ist Christiane Hoffmann begeistert. Die einzelnen Künstlergruppen sind über den Badepark verteilt und können über einen Spaziergang erreicht werden. „Stühle wie im Theater wird es nicht geben“, erklärt sie. Die Görlitzer kennen das schon aus ihrer Altstadt, vor allem aber auch vom Eröffnungsabend im Stadtpark. Es geht beim Viathea eben um einen lebendigen Austausch, gemeinsames Musikmachen und Artistik.

Der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau sei damit ein Coup gelungen. „Wir haben uns vorgenommen, die regionalen Akteure miteinander zu verschränken“, berichtet Parkdirektor Cord Panning. Neidvoll, so gibt er zu, habe er Jahr für Jahr nach Görlitz während des Viatheas geschaut. Dass die Straßenkünstler nun auch in Bad Muskau zu sehen sind, sei nicht nur ein Gewinn für die Einheimischen, sondern locke auch ganz neue Gäste an – und helfe dabei, den Badepark noch bekannter zu machen.