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Vettel schaut nach vorn

Der deutsche Formel-1-Pilot hat auf den Etappen in Asien schon 31 Punkte auf Hamilton verloren – und die WM trotzdem in Blick.

06.10.2017
Von Martin Moravec

haut nach vorn
Optimistisch geht Sebastian Vettel in Japan an den Start.

© dpa

In den Formel-1-Jagdgründen von Japan will Sebastian Vettel seinen Rivalen Lewis Hamilton einfangen. Trotz seines auf 34 Punkte angewachsenen Rückstands in der WM-Wertung startet der Ferrari-Fahrer mit unverändertem Optimismus in den Endspurt. Mercedes-Pilot Hamilton will von einer Führungsrolle aber nichts wissen. „Ich bin noch immer auf der Jagd, ich verfolge diese Weltmeisterschaft bis zur letzten Flagge, bis ich sie habe“, betonte er vor dem fünftletzten Rennen dieser Saison am Sonntag in Suzuka. „Das Ziel ist weiter, Rennen zu gewinnen, selbst wenn ich nicht jeden Grand Prix gewinnen muss.“

Diese Theorie hat sich Hamilton zurechtgelegt, weil sein Silberpfeil in dieser Saison so wechselhaft ist. „Selbst zu einem so späten Zeitpunkt der Saison weiß ich immer noch nicht, ob der Wagen großartig wie in Silverstone sein wird oder ob man sich mit ihm abmühen muss wie in Malaysia oder Singapur“, erklärte er. Dennoch sammelte Hamilton auf den beiden vergangenen Asien-Etappen 31 Zähler mehr als sein deutscher Ferrari-Rivale.

Drückt diese Hypothek auf Vettels Stimmung? Zumindest lässt er es sich nicht anmerken. „Bei mir überwiegt eigentlich die Zuversicht, ich bin nicht so derjenige, der nach hinten schaut“, sagte er. „Wenn die letzten zwei Rennen perfekt gewesen wären, würde man auch nicht zurückschauen und sagen: War das toll, sondern auch nach vorne. Ich konzentriere mich immer auf das, was vor mir liegt.“

Und das ist ein Kurs, der Vettel liegt. Viermal schon raste der Hesse hier als Erster über die Ziellinie. Im Vergleich zur Vergangenheit gibt es bei Ferrari 2017 einen grundlegenden Unterschied, der für das Titelrennen wichtig ist. „In den letzten zwei Jahren waren wir wettbewerbsfähig, aber nicht wettbewerbsfähig genug. Dieses Jahr ist es anders“, sagte Vettel. Nun habe die Scuderia die nötige Pace. Zur guten Laune trägt bei, dass an seinem Wagen kein Getriebe ausgetauscht werden muss. (dpa)