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Reick Samstag, 16.02.2013

Verzaubert vom barocken Dresden

Rund 25.000 Menschen haben das neue Panoramabild im alten Gasspeicher schon gesehen. Der Künstler plant nun eine Trilogie.

Von Max Patzig

Cornelia Knizia (r.) und Begleiter Andreas Lossagk entdecken das neue Dresden-Bild im Panometer. Aber ein kleines Detail vermisst die junge Frau.Foto: André Wirsig
Cornelia Knizia (r.) und Begleiter Andreas Lossagk entdecken das neue Dresden-Bild im Panometer. Aber ein kleines Detail vermisst die junge Frau.Foto: André Wirsig

Staunend steht Cornelia Knizia vor dem riesigen Panorama-Bild im Reicker Asisi-Panometer. Vor ihr breitet sich das Elbtal aus, der Turm der Frauenkirche ragt in den Himmel des alten Dresden. Ein Gewitter steht bevor. Die Besucherin ist fasziniert von der Barockmetropole des 18. Jahrhunderts. Seit Dezember hängt das überarbeitete Werk von Panorama-Künstler Yadegar Asisi in dem alten Gasspeicher.

„Das Bild ist riesig und trotzdem so scharf“, sagt die Wahldresdnerin Knizia. „Man sieht sich richtig mittendrin in der Szene.“ Erst seit zwei Jahren lebt sie in der Südvorstadt. Ihren Besuch im Panometer sieht sie als gute Gelegenheit, etwas über ihre neue Heimat zu erfahren. Im Gegensatz zum ersten Panorama „Dresden 1756“, das bis 2011 ausgestellt war, ist nicht mehr nur ein einziger Tag im 18. Jahrhundert zu sehen. Asisi zeigt nun die ganze Epoche von 1695 bis etwa 1760. In der viereinhalb Minuten dauernden Nachtsequenz sind auch die Anfänge der Dresdner Straßenbeleuchtung zu sehen, sichtbar gemacht durch spezielle UV-Licht-Farben. Stand im ersten Bild die Stadtansicht im Vordergrund, so sind es nun Menschen, Prominente wie Zar Peter I. oder der sächsische Hofgoldschmied Johann Melchior Dinglinger. Das gefällt Cornelia Knizia gut. Eine Anregung hat sie dennoch. „Dresden ist nicht nur eine Barockstadt“, sagt sie. „Man kann auch das Moderne mit einbringen, wie das heutige Szeneviertel in der Neustadt.“ Ganz so weit würde Yadegar Asisi wohl nicht gehen, er arbeitet aber schon an einer Dresden-Trilogie, die die wichtigsten Momente in den vergangenen 300 Jahren aufgreifen soll. Sogar die zerstörte Innenstadt am 13. Februar 1945 soll künftig einmal im Jahr gezeigt werden – hart, brutal und ohne Melancholie, wie Asisi sagt. Eine weitere Ansicht soll das Dresden der Gründerzeit widerspiegeln. Schon Ende 2014 könnten die neuen Panoramen kommen, immer im Wechsel mit dem Barockbild. Letzteres hat seit Dezember über 25000 Besucher angezogen, sagt Asisi-Sprecher Karsten Grebe. (mit two)