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Verwirrspiel

In „Minna von Barnhelm“ beharrt ein Tugendbold auf seiner Ehre.

29.09.2017
Von Christian Ruf

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Minna (Ursula Hobmair) und ihre Zofe Franziska (Birte Leest).Foto: Volker Beinhorn / PR

Der Krieg ist zwar gewonnen, aber die Schlacht verloren: Der preußischeMajor von Tellheim sitzt in einem Wirtshaus fest. Weil er sich den Kriegsverlierern gegenüber als mild erwiesen und die Gelder, die er bei ihnen hatte eintreiben sollen, kurzerhand gezahlt hat, wurde er unehrenhaft aus derArmee entlassen. Verletzt an Körper, Ehre und Würde, will er nun in Berlin seine Angelegenheiten klären, wird aber vom Wirt in ein schlechteres Zimmer umquartiert, als eine zahlungskräftige Dame anreist. Es läuft nicht gut für den auch körperlich verletzten Major, der zudem die Briefe seiner Verlobten unbeantwortet ließ. Kurzum: Tellheim hat allen Grund, mit der Gesamtsituation unzufrieden zu sein.

Eine Sächsin kämpft um dieLiebe eines preußischen Offiziers

Weil es sich bei „Minna von Barnhelm“ (1767 in Hamburg uraufgeführt) aber um ein Lustspiel handelt, und der Autor Gotthold Ephraim Lessing nicht nur die französischen Vorbilder wie Molière studiert hat, handelt es sich bei der Dame natürlich um die Sächsin Minna, die nach Berlin gekommen ist, um ihren Geliebten, den Major zu finden. Allerdings steht die Ehre dem Happy End gewaltig im Wege. Die um ihre Liebe kämpfende Minna versucht mit allen Tricks, den Tugendbold von der „Halsstarrigkeit der Tugend“ zubefreien. Der Major hat sie um ihres Glückes willen freigegeben, doch die sieht das anders, denn: „Gleichheit ist allein das feste Band der Liebe.“ An pointierten Dialogen und amüsanten Situationen ist kein Mangel, 250 Jahre sind eben kein Alter für eine gut gebaute Komödie wie „Minna von Barnhelm“. Michael Talke hat nun Lessings zutiefst amüsantes Verwirrspiel umsozialen Status und Kontrollverlust in Krisenzeiten und nicht zuletzt zwei Verlobungsringe am Kleinen Haus des Dresdner Staatsschauspiels inszeniert.

Service

Was: „Minna von Barnhelm“

Wann: 7. & 18.10., jeweils 19.30 Uhr

Wo: Kleines Haus, DD

Tickets: Premiere 20 Euro, sonst 18 Euro

Hotline: 0351 4913 555

Internet: www.staatsschauspiel-dresden.de

Verlosung

Wir vergeben einmal zwei Freikarten für die Premiere am 7.10., 19.30 Uhr – über verlosung@augusto-magazin.de, mit Angabe von Name & Stichwort. Die Gewinner werden am Freitag ab 12 Uhr per E-Mail benachrichtigt.