erweiterte Suche
Mittwoch, 23.12.2015

Verschmähte Geschenke

Im Lügenmuseum wird das Unnütze zu geheimnisvollen Schätzen.

Von Siiri Klose

Besinnlich-bunt erleuchteter Krimskrams. | Foto: PR
Besinnlich-bunt erleuchteter Krimskrams. | Foto: PR

Nach dem Weihnachtsfest ist Zeit für eine Dilemma-Schau: Befreit von Einwickelpapier und Blisterfolie offenbaren einige Geschenke ihre ganze fatale Nutzlosigkeit zwischen „Hab ich schon“ und „Wollte ich noch nie haben!“ Wie all diese Dinge einmal enden können, zeigt das Lügenmuseum im ehemaligen Gasthof Serkowitz: Künstler, Kurator und Realitätsverschieber Richard von Gigantikow komponiert Zahnbürsten, Blinker-Lichter, Porzellanfigürchen, Lametta, Lampen und Büchsenöffner zu magischen Kunstschätzen, die Eltern zum Lachen und Kinderaugen zum Leuchten bringen - spätestens, wenn die Zahnbürsten Karussell fahren.

Die Welt der „Sinnlosen Weihnachtsgeschenke“ im Erdgeschoss des Lügenmuseums ist ebenso bizarr wie bezaubernd - und entspricht dem kindlichen Verständnis von Schatzkammern um einiges mehr als beispielsweise die hoch-steril ausgestellten Kunstwerke im Grünen Gewölbe.

Labyrinth im Obergeschoss

Zu entdecken gibt es schließlich auch mehr: Wäschekörbe, aus denen es leuchtet, Schubladen, aus denen es klingelt, Schränke, aus denen Musik tönt. In Einweckgläsern blubbert es, das eiserne Antriebsrad einer Nähmaschine bewegt eine ganze Apparatur. Im Obergeschoss geht die geheimnisvolle Kunstwelt weiter: Mit Taschenlampen lässt sich das „Labyrinth Deutsche Einheit“ erkunden, das dann in der Eltern- und Großelterngeneration für Aha-Effekte sorgt: Neben den künstlerischen Statements von Holger John, Kathrin Süß und vielen anderen geht es um die große Frage: Wie viel Deutsche Einheit ist nach 25 Jahren überhaupt Realität?

Service

  • Was: Ausstellung „Sinnlose Weihnachtsgeschenke“
  • Wann: bis 3. Januar, tgl. 13-18 Uhr
  • Wo: Lügenmuseum in Serkowitz/Radebeul
  • Tickets: 4, bis 12 Jahre: 2 Euro
  • Internet: www.luegenmuseum.de