Sonntag, 02.12.2012

Vermessungssäule kehrt nach 20 Jahren zurück

Am Kreuz ist eine Säule aufgebaut worden, nur 200 Meter vom alten Standort entfernt. Anfang der 1990er ist sie verschwunden.

Von Maria Lotzeund Heike Stumpf

Der Bau der Säule kostete 152 Mark. Foto: André Braun
Der Bau der Säule kostete 152 Mark. Foto: André Braun

Das Gelände des Harthaer Kreuz hat seinen Vermessungsstein zurückbekommen. „Der stand einst an einem Feldweg in Richtung Gersdorf“, sagt Bürgermeister Gerald Herbst (CDU). Daran kann sich der Gersdorfer noch gut erinnern. Er geht davon aus, dass die Säule im Zuge der Umgestaltung des ehemaligen Harthaer Kreuzes weggekommen ist. Denn immerhin führt dort, wo die Säule stand, jetzt die Straße in Richtung Leisnig entlang.

Nach dem Umzug und der Standortänderung zeigt sie eher symbolisch an, dass sich der Wanderer oder Vorbeifahrende auf dem höchsten Punkt im früheren Bezirk Leipzig und im späteren Regierungsbezirk Leipzig befindet: 325,7 Meter über dem Meeresspiegel. Jetzt findet sich der Hinweis darauf unterhalb der ehemaligen alten Tankstelle auf dem Kreuz unweit einer Holzbank.

Wer die Säule wieder aufgestellt hat, weiß der Stadtchef nicht. Eine kleine Information darüber hätte er gut gefunden. Immerhin hat er nichts gegen die Säule. Im Gegenteil.

Die Initiative zur Umsetzung der Säule ging von der „Interessengemeinschaft Nagelsche Säulen“ aus, zu der auch Vertreter der GeoSN gehören. Mitarbeiter des Staatsbetriebes Geobasisinformation und Vermessung Sachsen (GeoSN) haben die historische Säule am 19. und 20. November auf ihrem heutigen Standort aufgebaut. Der liegt etwa 200 Meter östlich des ursprünglichen. „Die Säule erinnert an die Gradmessungs- und Triangulierungsarbeiten, die in Sachsen in der Zeit von 1862 bis 1890 durchgeführt worden sind“, so Ariane Förster, Mitarbeiter Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei der GeoSN. Der Dresdener Professor Christian August Nagel hatte damals Messungen durchgeführt. Die sogenannten Nagelschen Säulen sind nach ihm benannt.

Die Harthaer Station wurde im Oktober 1869 errichtet. „Der Pfeiler aus Niederbobritzscher Granit hatte eine Höhe von 1,7 Metern über dem Erdboden. Sein Bau kostete 152 Mark“, informiert Ariane Förster. Mit der Umgestaltung des Harthaer Kreuzes Anfang der 1990er Jahre kam die Säule weg. Sie wurde restauriert und stand von 1993 bis 2010 am Eingang des Landesvermessungsamtes Sachsen in Dresden. Weitere Säulen sollen in nächster Zeit in und um Hartha nicht aufgestellt werden, so Ariane Förster.

Drucken Empfehlen

  • Facebook
  • Twitter