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Montag, 15.02.2016

Vegan-Laden war Ziel von Brandstiftern

In einem Supermarkt an der Bautzner Straße ereignet sich am Montagabend ein folgenschwerer Brand. Inzwischen ist die Ursache zumindest für die Flammen klar. Es gab aber auch Explosionen.

In diesem Vegan-Markt in der Neustadt hat es am Montagabend gebrannt.
In diesem Vegan-Markt in der Neustadt hat es am Montagabend gebrannt.

© Christian Juppe

Dresden. Zerborstene Schaufensterscheiben und verkohlte Wände sind Zeugen einer zerstörten Existenz. Der vegane Supermarkt „We love vegan“ in der Neustadt wurde in der Nacht zu Dienstag Opfer von Brandstiftern. Die Polizei sucht nun Zeugen. Gegen 21.45 Uhr am Montagabend ging der Notruf bei Polizei und Feuerwehr ein. Offenbar lösten Zündler einen Brand in dem Laden aus, im Verkaufraum gab es eine Explosion, teilten die Beamten mit. Die Einsatzkräfte brachten zunächst die Bewohner des betroffenen Hauses in Sicherheit. Verletzt wurde niemand. Im Zuge der Löscharbeiten sperrten die Beamten die Bautzner Straße. Wie hoch der entstandene Sachschaden ist, kann die Polizei derzeit noch nicht sagen.

Vegan-Supermarkt ausgebrannt

Bereits in der Nacht untersuchte die Kriminalpolizei den Brandort. Da die Experten mehrere Brandausbruchsstellen gefunden hat, gehen die von Brandstiftung aus. Der Hintergrund der Straftat ist aber noch unklar, sagte Polizeisprecher Marko Laske.

Bei Ankunft der Feuerwehr brannte die Inneneinrichtung des Einkaufsmarktes. Während die Einsätzkräfte gerade die Vorbereitungsmaßnahmen zum Löschen trafen, kam es zu der Explosion. Durch die Explosion wurde die Scheibe der Straßenfront zerstört, teilte Feuerwehrsprecher Frank Aubrecht mit.. Mit einem Strahlrohr löschten die Kameraden den Brand.

Nach Abschluss der Löscharbeiten konnten die Bewohner des Hauses wieder in ihre Wohnungen. Bis 0.15 Uhr waren Feuerwehr und Polizei im Einsatz. Mit den Tränen kämpfte Inhaber Andreas Zengler, der den Laden erst vor fünf Monaten eröffnet hatte. „Erfahren habe ich es erst durch den Anruf eines Journalisten, da war die Meldung schon 30 Minuten online. Ich bin zutiefst erschüttert.“ Zengler kann keine Angaben machen, wann er sein Geschäft wieder aufmachen kann. Auch zur Höhe des Schadens kann er auf SZ-Anfrage keine Angaben machen.

„Als wir heute früh den Laden aufgemacht haben, haben wir durch die Dunkelheit noch gar nichts gesehen. Aber dann waren wir sehr erschrocken. Der arme Inhaber, er hatte den Laden doch erst im August eröffnet“, erzählt die Mitarbeiterin einer Bäckerei, die genau gegenüber des Supermarktes liegt. „Hoffentlich zerstört die Explosion jetzt nicht die gesamte Existenz des Mannes, im Supermarkt war ja ohnehin immer sehr wenig los“, weiß eine Anwohnerin zu erzählen.

Andreas Zengler erfüllte sich im Sommer vergangenen Jahres mit dem eigenen Laden seinen großen Traum. Auf 200 Quadratmetern verkaufte er ausschließlich vegane Produkte. Der 38-Jährige stand auch selbst hinter der Kasse.

Hinweise von Zeugen nimmt die Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer (0351) 4832233 entgegen.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 39 Kommentare

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  1. Aleister Crowley

    Da hat wohl jemand das Schutzgeld nicht bezahlt?

  2. Berg

    Oder ein fleischfressender Ehemann hatte vom Anblick der Teller seiner Vegangattin die Nase voll.

  3. BesterOssi

    Wer macht denn sowas Blödes? Die aggressiven Tierschützer doch nicht etwa? Oder Anti-Veganer? Kann ich mir nicht vorstellen. Es soll doch jeder essen, was er will. Obwohl, es war Montagabend, da war ja auf der anderen Elbseite so ein großer Spaziergang, man kommt hier auf Gedanken .... :)

  4. Ali B.

    Können eigentlich nur Tierschützer gewesen sein. Schließlich essen Veganer den Tieren das Essen weg.

  5. Chris

    Die diskriminierende und vorverurteilende Überschrift finde ich bedauerlich! Warum schreibt die SZ nicht korrekt von "Brandstiftern und Brandstifterinnen" oder alternativ "Brandstiftenden"? Es ist doch angesichts des typischen Klientels von Vegan-Läden eher unwahrscheinlich, dass hier explizit männliche TäterInnen unter Verdacht stehen. Es sei denn, der männliche Betreiber hat sich aus wirtschaftlicher Not zur warmen Sanierung entschieden.

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