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Mittwoch, 16.07.2008

Valena Fürstenberg – Schneiderin für die „Hardcore-Weiblichkeit“

Die Kielerin hat sich mit ihrer Modefirma „Pony Maedchen“ einen Namen in der Fashion-Metropole Berlin gemacht.

Von Inna Hartwich, Berlin

Valena Fürstenberg trägt am liebsten Kleider mit Sheriff-Abzeichen, enge Matrosenblusen oder rot-weiß-gepunktete Dirndl-Röcke. Gerade ist die 30-jährige Designerin aus Kreuzberg in einen neuen Laden nach Berlin-Treptow gezogen. Ihr Label Pony Maedchen expandiert. Seit mehr als einem Jahr gesellen sich ihre Kleider im Stil von Pin-up-Girls der 40er Jahre zu den kreativen Modeläden der Hauptstadt. Mode in Berlin – das ist nicht nur die große Fashion Week, die vom Donnerstag bis Sonntag auf dem Bebelplatz steigt, sondern auch eine bunte Szene von Nachwuchsdesignern.

Valena Fürstenberg mit ihrem Label Pony Maedchen ist ein gutes Beispiel dafür. Der Pony ist noch da, bedeckt ihre Stirn. Aber die gelernte Schneiderin, die sich gerne mädchenhaft gibt, ist erwachsen geworden. Mit ihrer neuen, „dirndl-mäßigen“ Kollektion bleibt Fürstenberg ihrem Stil treu: verspielt-naiv mit einer unschuldig-züchtigen Note.

„Berlin ist so bunt, so voller Ideen. Hier interessiert es keinen, wie du rumläufst“, sagt Fürstenberg. Die Hauptstadt sei eine Modemetropole, „deutschlandweit einmalig“. Kein Wunder, dass es sie vor neun Jahren aus dem Norden der Republik in die „Vielfalt Berlins“ zog. Kurz vorm Abitur schmiss sie die Schule, packte ihre Koffer und zog zur „Selbstverwirklichung“ aus Kiel weg. In der Hauptstadt begann sie eine Schneiderlehre.

Preise bis zu 169 Euro

Kaum das Abschlusszeugnis in der Hand, bekam sie das Angebot, ihre eigenen Kleider bei der Berliner Modemesse auszustellen. In drei Monaten schneiderte sie ihre Uniform-Kollektion, die sich bis heute in den Größen S bis XL für bis zu 169 Euro pro Kleid verkauft.

Das Fach-Magazin „Women’s Wear Daily“ nannte im November 2007 die Pony-Maedchen-Kollektion „Hardcore-Weiblichkeit“. Ob Schulmädchenuniformen aus Japan oder Gouvernantenkleider in Hellblau – „weiblich betont“ müsse die Kleidung für Frauen sein, findet die Designerin. Wert legt Fürstenberg darauf, dass ihre Kollektionen hierzulande geschneidert werden – und nicht in Asien. (dpa)

www.ponymaedchen.de