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Dienstag, 25.12.2012

US-Militär verfolgt Weihnachtsmann

Der Weihnachtsmann kommt eigentlich im Verborgenen und legt seine Geschenke still und heimlich unter den Christbäumen ab. Das US-Militär ist Santa Claus allerdings stets auf den Fersen.

Freiwillige beantworteten auch Fragen von Kindern zu Santa Claus. Foto: dapd
Freiwillige beantworteten auch Fragen von Kindern zu Santa Claus. Foto: dapd

New York. Das Nordamerikanisches Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando (NORAD) auf dem Militärstützpunkt Peterson im US-Staat Colorado folgt am 24. Dezember regelmäßig der Spur des Weihnachtsmanns und informiert Kinder auf einer eigenen Internetseite, wo sich der Rentierschlitten gerade befindet und wie viele Geschenke bereits ausgeliefert wurden.

Hunderte Freiwillige haben am Montag wieder Fragen von Kindern zu Santa Claus beantwortet. «Wie alt ist der Weihnachtsmann?», fragt ein Anrufer. Die Antwort gehört für die Telefonisten zum Standardrepertoire. «Wir wissen es nicht genau, aber die Geheimdienstinformationen von NORAD deuten darauf hin, dass er mindestens 16 Jahrhunderte alt ist», heißt es in einem Anleitungstext für häufig gestellte Fragen, der den Freiwilligen für ihre weihnachtliche Mission ausgehändigt wird.

Bei anderen Fragen müssen sich die Männer und Frauen in der Telefonzentrale schnell etwas einfallen lassen. «Wie fliegen Rentiere?», «Wie viele Elfen hat der Weihnachtsmann?», «Bringt Santa auch Geschenke für Hunde?», wollen die jungen Anrufer beispielsweise wissen.

Falsche Telefonnummer in Weihnachtsaufruf begründete Tradition

Bereits seit 1955 begibt sich das NORAD an Heilig Abend auf die Suche nach dem Weihnachtsmann. Die Tradition basiert auf einem Missgeschick: Eine Zeitung aus Colorado Springs lud damals alle Kinder ein, den Weihnachtsmann anzurufen und veröffentlichte versehentlich die Telefonnummer des Vorgängers von NORAD, dem Kontinentalen Luftabwehrkommando. Die Offiziere am anderen Ende der Leitung spielten mit und seitdem beschäftigt sich die US-Luftwaffe am Weihnachtstag neben der Landesverteidigung auch mit der Ortung von Santa Claus.

Mittlerweile rufen Kinder aus aller Welt an, um die Spur des Weihnachtsmanns zu verfolgen. Fast 1,2 Millionen folgen der NORAD-Weihnachtsmann-Ortung auf Facebook und mehr als 100.000 auf Twitter. In diesem Jahr gingen mehr als 111.000 Anrufe aus 220 Ländern ein. Zum Vergleich: 2011 lag der Rekord bei 107.000 Anrufen.

Am Montag habe ein kleiner Junge gefragt, wann der Weihnachtsmann die Geschenke in den Himmel bringe, erzählt die Freiwillige Jennifer Eckels. Die Mutter des Jungen habe sich eingeschaltet und erklärt, dass seine Schwester in diesem Jahr gestorben sei. «Ich glaube, da fährt er zuerst hin», sagt Eckels.

Freiwillige Michelle Obama

Die wohl prominenteste Freiwillige ist First Lady Michelle Obama, die sich den Spaß in den vergangenen Jahren nicht entgehen ließ, Kinder über Santa Claus zu informieren. Auch in diesem Jahr unterbrach sie ihren Weihnachtsurlaub auf Hawaii kurz und beantwortete 30 Minuten lang die dringendsten Fragen der Kinder.

NORAD empfiehlt den Freiwilligen, den Kindern am Telefon zu erzählen, der Weihnachtsmann bringe die Geschenke erst, wenn sie im Bett seien. «Ich danke euch für diesen Hinweis», sagt eine Mutter.

Ein Junge wollte wissen, ob es den Weihnachtsmann wirklich gebe. «Ich bin 37 Jahre alt und ich glaube an den Weihnachtsmann. Wenn du auch an ihn glaubst, dann muss es ihn geben», antwortet Luftwaffenmajor Jamie Humphries, der den Anruf entgegen nimmt. Da habe der Junge den Hörer kurz beiseitegelegt und seiner Familie zugerufen: «Ich habe euch doch gesagt, dass es ihn gibt.» (dapd).

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