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Freitag, 21.04.2017

Untersuchungen zum Tod von Eisbär Fritz bislang ergebnislos

Die Nachricht vom Tod des kleinen Eisbären Fritz in Berlin war ein Schock. Das Tier wirkte gut entwickelt, der erste Auftritt im Außengehege stand kurz bevor. Woran es plötzlich gestorben sein könnte, beschäftigt jetzt Wissenschaftler.

Der kleine Eisbär Fritz im Tierpark Berlin zu sehen. Er starb mit nur vier Monaten überraschend.
Der kleine Eisbär Fritz im Tierpark Berlin zu sehen. Er starb mit nur vier Monaten überraschend.

© Archivbild: Tierpark Berlin/ dpa

Berlin. Der plötzliche Tod von Eisbärenbaby Fritz aus dem Berliner Tierpark bleibt auch nach zahlreichen Untersuchungen rätselhaft. Biologen, Pathologen, Tierärzte und Humanmediziner haben Proben des am 6. März unerwartet gestorbenen Tiers ausgewertet, wie der Tierpark am Freitag mitteilte. Eine Ursache hätten sie bisher aber nicht gefunden. Die Experten nahmen demnach Gewebe, Blut, Urin und Kot des kleinen Eisbären unter die Lupe. Ein Großteil der Analysen sei abgeschlossen.

Die Hoffnung liegt jetzt auf restlichen Untersuchungen: „Unsere sehr aufwendigen Analysen, bei denen wir mehr als 600 Millionen DNA-Sequenzen untersuchen, werden noch einige Wochen andauern“, sagte der Spezialist für Wildtierkrankheiten Alex Greenwood. Am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nahe dem Tierpark klärte er 2015 bereits die Todesursache von Berlins Eisbärenstar Knut auf. Gemeinsam mit einem Neurologen entdeckte Greenwood, dass bei Knut eine zuvor nur bei Menschen bekannte Autoimmunreaktion hinter einem epileptischen Anfall steckte. Dabei war Knut 2011 ins Wasser gestürzt und ertrunken. Die Suche hatte mehrere Jahre gedauert.

Auch bei Fritz will sich der Tierpark noch nicht zufriedengeben. „Wir werden dennoch weiter nach der Todesursache des kleinen Eisbären suchen“, so Direktor Andreas Knieriem. Weil es bisher keine Hinweise gibt, dass bei Fritz ein Virus im Spiel gewesen sein könnte, soll sein Vater Wolodja (5) laut Angaben am Samstag in den Tierpark zurückkehren.

Das Tier war im Februar in den Zoo gebracht worden, auch weil es eine Gefahr für Fritz dargestellt hätte. Anfang kommender Woche soll Wolodja dann wieder Fritz‘ Mutter Tonja (7) treffen können.

Fritz war gut vier Monate nach seiner Geburt völlig überraschend gestorben. Bekannt ist bisher, dass mehrere lebenswichtige Organe des Jungtiers wegen starker Leberschäden gleichzeitig versagten. Fritz war der erste Nachwuchs im Tierpark seit 22 Jahren. Wie schon Knut war Fritz als Zwilling zur Welt gekommen, doch in beiden Fällen starben die Geschwister kurz darauf.