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Unternehmerverband wegen Russlandsanktionen besorgt

Die gegen Russland verhängten Wirtschaftssanktionen treffen zunehmend die Mittelständler in Sachsen. Sie haben traditionell enge Beziehungen nach Russland und in die Ukraine.

17.11.2014

Leipzig. Der Präsident des Unternehmerverbandes Sachsen, Hartmut Bunsen, hat vor den Folgen der gegen Russland verhängten Handelssanktionen für die heimische Wirtschaft gewarnt. „Wenn man politische Lösungen will, helfen Sanktionen nicht weiter“, sagte Bunsen.

„Aus unserer Sicht bringen Sanktionen gar nichts.“ Sie nützten eher den Amerikanern und schadeten der eigenen Wirtschaft. Insbesondere die kleinteilige Wirtschaft in den neuen Bundesländern habe traditionell enge Beziehungen zur Ukraine und nach Russland.

„Wir haben sie doch ermuntert, ihre Kontakte zu nutzen und nach dem Osten zu gehen“, sagte Bunsen. Der Verband vertritt etwa 1.000 vorrangig kleinere Unternehmen mit 15.000 bis 20.000 Arbeitsplätzen. Ob bereits Unternehmen wegen der Handelssanktionen in Konkurs gegangen seien, könne er allerdings nicht sagen.

Nach Angaben der IHK haben 13 Prozent der Industrieunternehmen im Raum Leipzig Wirtschaftsbeziehungen in die Ukraine und 22 Prozent nach Russland. 60 Prozent klagen über Auftragsrückgänge. Die IHK sieht in den Handelssanktionen auch eine Ursache, warum bei Industrie und Verkehrsgewerbe die Geschäfte schwächer liefen, wie aus der Konjunkturbefragung im Herbst 2014 hervorgeht.

Nach Angaben der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft sind die Exporte nach Russland in den Sommermonaten Juli und August um ein Drittel eingebrochen. In der Metall- und Elektroindustrie waren es sogar 39 Prozent. (dpa)