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Mittwoch, 27.09.2017

Untergrund sorgt für Bauverzug

Der Termin für die Eröffnung des neuen Pflegeheims wird auf 2019 verschoben. Trotzdem werden Bewohner und Personal gesucht.

Von Tina Soltysiak

Vertreter der am Bau der neuen Seniorenresidenz beteiligten Unternehmen sowie der Stadtverwaltung haben am Dienstag den symbolischen ersten Spatenstich vollzogen. Im Hintergrund ist der Bohrer zu sehen, der die Betonpfähle in die Erde bringt.
Vertreter der am Bau der neuen Seniorenresidenz beteiligten Unternehmen sowie der Stadtverwaltung haben am Dienstag den symbolischen ersten Spatenstich vollzogen. Im Hintergrund ist der Bohrer zu sehen, der die Betonpfähle in die Erde bringt.

© André Braun

Waldheim. Ein großer Bohrer frisst sich bis zu acht Meter tief in den Untergrund an der Breitscheidstraße in Waldheim. Dort wird ein neues Seniorenzentrum errichtet. Der Einsatz dieser Baumaschine war eigentlich nicht vorgesehen. „Wir müssen 400 Betonbohrelemente setzen, um die Tragfähigkeit des Hauses zu gewährleisten“, sagte Harald Rogalinski, Geschäftsführer der Modern Living Gesellschaft für kundenorientiertes Bauen mbH, am Dienstag beim symbolischen ersten Spatenstich. Denn ein Bodengutachten hatte ergeben, dass sich sogenannte „Sandschlurfen“ gebildet haben. Die seien zu instabil.

Dieses Vorkommnis verursacht nicht nur Extrakosten in Höhe von rund 300 000 Euro, sondern verzögert den Bauablauf zusätzlich. So kommt es, dass das neue Pflegeheim erst ein halbes Jahr später eröffnet werden kann. „Die Inbetriebnahme erfolgt nicht im Herbst 2018, sondern erst zum 1. April 2019“, sagte Harald Rogalinski. Der erste Spatenstich sollte eigentlich bereits im Juli sein. Doch das „außergewöhnlich lange Warten auf die Baugenehmigung“ habe den Zeitplan schon einmal durcheinander gewirbelt, erklärte er. Diese sei erst am 16. August erteilt worden, so Rogalinski. „Das Gute war, dass das Landratsamt gestattet hat, dass wir mit den Erdarbeiten beginnen dürfen, obwohl sie noch nicht schriftlich vorlag“, sagte er.

Und so kommt es, dass auf der Baustelle schon Fortschritte zu sehen sind. Auf einer Seite ist ein Halbrund mit Folie abgedeckt. „Das dient zur Sicherung der Böschung und damit zur Sicherheit der Arbeiter. Denn ansonsten könnte die Erde durch Regen ausgeschwemmt werden und in die Baugrube abrutschen“, erklärte Bauleiter Bernd Müller vom Tiefbauunternehmen Keller Grundbau aus Leipzig.

In der zweiten Oktoberhälfte sollen dann die Rohbauarbeiten beginnen, so Sven Kurzer von der Firma Fuchs aus Altenburg. „Ziel ist, diese bis zum Spätsommer 2018 abzuschließen.“ Gebaut wird in drei Abschnitten. „Sobald ein Teil fertig ist, kommen schon die Handwerker der anderen Gewerke und beginnen beispielsweise mit den Installationsarbeiten für Heizung und Elektro“, sagte er.

Harald Rogalinski ergänzte: „Anders ist das Eröffnungsziel 1. April 2019 nicht zu schaffen.“ Die Investitionssumme beträgt rund 8,7 Millionen Euro. In dem dreigeschossigen Heim ist Platz für 117 Bewohner. In dem Objekt sollen 15 Doppel- und 87 Einzelzimmer entstehen. Die Einzelzimmer werden eine Größe von 19 bis 20 Quadratmetern haben, die Doppelzimmer sind 24 bis 25 Quadratmeter groß. Dazu kommt jeweils noch das Bad. Die Zimmergröße liege laut so Rogalinski damit deutlich über der vom Gesetzgeber geforderten Größe.

Das Heim an der Breitscheidstraße wird von der Alloheim-Gruppe betrieben – genauso wie das an der Härtelstraße 25. Es handelt sich aber um zwei eigenständige Pflegeeinrichtungen, die nebeneinander existieren. Denn der Bedarf sei vorhanden. Es habe bereits erste Anfragen gegeben. „Ab Montag hängen die Pläne für die neue Einrichtung bei uns aus. Interessierte Bürger können sie sich im Foyer ansehen“, sagte Leiterin Manuela Ulbricht. Außerdem nimmt sie ab diesem Zeitpunkt Aufnahmeanträge entgegen. Zudem können sich dann auch künftige Mitarbeiter bewerben. Gesucht werden außer Pflege- auch Küchenpersonal sowie Mitarbeiter fürs Büro und den Hausmeisterservice. Gebraucht werden bis zu 100 neue Leute.

Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) ist froh, dass sich nun etwas tut. „Hier werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Außerdem können wir den Senioren anbieten, ihren Lebensabend in Waldheim zu verbringen. Denn wir erschließen Eigenheimstandorte und schaffen Kitaplätze, um junge Familien mit Kindern in die Region zu holen. Aber die Senioren sind uns genauso wichtig“, sagte er.