erweiterte Suche
Mittwoch, 16.12.2015

UN-Gericht: Costa Rica siegt im Grenzstreit mit Nicaragua

Den Haag. Im jahrelangen Grenzstreit mit Nicaragua um die Insel Calero hat Costa Rica endgültig Recht bekommen. Das gut 2,5 Quadratkilometer große Gebiet im Grenzgebiet der beiden mittelamerikanischen Länder gehöre zum Territorium von Costa Rica, urteilte der Internationale Gerichtshof in Den Haag am Mittwoch.

Nicaragua hatte dem Urteil zufolge das Gebiet 2010 widerrechtlich besetzt und damit die Souveränität Costa Ricas verletzt. Das höchste Gericht der Vereinten Nationen berief sich dabei auf ein Abkommen beider Staaten von 1858. Es verurteilte zudem Nicaragua zur Zahlung von Schadenersatz an das Nachbarland. Über die Höhe müssen sich beide Staaten innerhalb der nächsten 12 Monate einigen.

Costa Rica war 2010 vor das UN-Gericht gezogen, nachdem Nicaragua auf die Insel Calero mit bewaffneten Militärs und Zivilpersonal zum Bau von Kanälen einmarschiert war. Die Richter sahen es allerdings nicht als erwiesen an, dass durch diese Arbeiten Schäden an Regenwäldern und Marschgebieten entstanden waren.

Die Richter gaben allerdings auch einer Gegenklage Nicaraguas teilweise statt. Durch den Bau einer Straße am Grenzfluss gebe es ein erhöhtes Risiko von Umweltschäden. Costa Rica hätte dem Urteil zufolge vor dem Bau eine Umweltverträglichkeitsprüfung vornehmen müssen. Forderungen Nicaraguas nach Entschädigungen wies das Gericht jedoch zurück.

Das Urteil des Gerichtshofes ist bindend. Eine Berufung ist nicht möglich. In dem Konflikt hatte Nicaragua zuvor bereits in einstweiligen Verfügungen zwei Niederlagen vor dem UN-Gericht erlitten. (dpa)

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 22:00 Uhr abgegeben werden.