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Mittwoch, 12.11.2014

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Carsharing, Mieträder und die Straßenbahnhaltestelle an einem Ort: Der Schillerplatz soll zum Pilotprojekt für eine neue Form der Mobilität werden.

Von Tobias Winzer

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„Den Schillerplatz hatten wir schon lange im Visier.“ Patrick Schöne, Geschäftsführer von Teilauto, erhofft sich mehr Carsharing-Nutzer durch den ersten Dresdner Mobilitätspunkt.
„Den Schillerplatz hatten wir schon lange im Visier.“ Patrick Schöne, Geschäftsführer von Teilauto, erhofft sich mehr Carsharing-Nutzer durch den ersten Dresdner Mobilitätspunkt.

© Sven Ellger

Mit dem Leihfahrrad durch die Innenstadt, mit der Straßenbahn zur Arbeit und mit dem geteilten Auto zum Ausflug aufs Land – so oder so ähnlich stellt sich die Stadt die Mobilität der Zukunft vor. Der Gedanke dahinter: Immer weniger Dresdner würden dann ein eigenes Autos besitzen. Die Stau- und die Parkplatzprobleme wären damit gelindert. Wie die Alternativen zum eigenen Auto besser verknüpft und an einem Ort zusammengeführt werden können, ist seit gestern am Schillerplatz zu sehen. Auf Initiative der Schillergalerie ist dort der erste sogenannte Mobilitätspunkt in Dresden entstanden. In den nächsten Jahren sollen weitere im gesamten Stadtgebiet folgen.

Das Pilotprojekt ist eine Kooperation von verschiedenen Unternehmen. Der Anbieter SZ-Bike hat auf dem Kinovorplatz an der Hüblerstraße eine Station mit sechs Fahrrädern installiert. In der Tiefgarage darunter ist Platz für bis zu drei Carsharing-Wagen des Unternehmens Teilauto. Da es sich zum Teil um Elektroautos handeln soll, bauen die Stadtwerke Drewag in den kommenden Wochen eine Ladestation ein. Mit im Boot sind außerdem die Dresdner Verkehrsbetriebe, deren Bus- und Straßenbahnhaltestelle ebenfalls gleich in der Nähe ist. Durch die gemeinsame Sache erhoffen sich alle teilnehmenden Unternehmen mehr Kundschaft.

„Wir sind froh, dass die Schillergalerie den ersten Schritt gemacht hat“, sagte der Leiter des Stadtplanungsamtes, Stefan Szuggat. „Der erste Mobilitätspunkt könnte auch ein Baustein dafür sein, um die Verkehrssituation am Schillerplatz zu verbessern.“ Szuggat kündigte gestern an, dass das Rathaus dem Stadtrat demnächst mehrere mögliche Orte für weitere Mobilitätspunkte in der Nähe von Bus- und Straßenbahnhaltestellen vorschlagen werde. Voraussichtlich ab 2016 könnten diese dann Stück für Stück auf öffentlichen Plätzen entstehen.

Für die Blasewitzer Ortsamtsleiterin Sylvia Günther hat das Projekt am Schillerplatz einen angenehmen Nebeneffekt. Die Leihfahrräder von SZ-Bike wurden dort bislang wild an Laternenmasten oder an Geländer angeschlossen. Künftig sollen alle Räder nur noch an der Fahrradstation auf dem Kinovorplatz stehen. Daneben wurden weitere Fahrradständer mit rund 30 Plätzen aufgebaut.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 6 Kommentare

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  1. Fahrer

    3 Teilautos und sechs Leihfahrräder sollen das Verkehrsproblem am Schillerplatz mildern???

  2. jo

    @Fahrer: tja, die paar Autos und Fahrräder alleine werden's wohl nicht richten. Teilauto hat derzeit ca. 200 Autos in Dresden stehen. Mal angenommen, für diese Autos gibt es 5000 Nutzer, und mal weiter angenommen, diese 5000 Nutzer haben sonst kein eigenes Auto, dann wären ohne Carsharing derzeit bis zu 5000 Autos mehr auf Dresdner Straßen unterwegs. Und die 5000 Nutzer sind ja bloß 1% der Einwohner. Die bis zu 5000 Autos wären natürlich nur hypothetisch. In Wirklichkeit wären es vielleicht 1000-2000, da die 5000 Nutzer ja nicht alles Singles sind. Und manch einer nutzt Carsharing auch, um neben seinem privaten Auto bei Bedarf noch ein zusätzliches parat zu haben. Na wie auch immer, wenn die Carsharing-Nutzung weiter zunimmt, sollte man das schon am Verkehrsaufkommen merken. Vorausgesetzt natürlich, daß der öffentliche Nahverkehr auch entsprechend Und immerhin gibt es auch schon in kleineren Städten Carsharing, z.B. Pirna, Freiberg, Radebeul, Dessau, Wittenberg, Jena, Weimar, Tharandt.

  3. B.W.

    In anderen Stadtteilen ist das so schon längst üblich und bringt viele Vorteile, zumindest für die Anwohner, die dann nicht zwei Autos pro Familie brauchen (bei dem dann in einem nur einer sitzt!). Von "Pilotprojekt" kann in Dresden zumindest keine Rede sein.

  4. Raffi

    Dass Carsharing zur Senkung des Autoverkehrsaufkommen führt, würde ich eher in die Gerüchteecke stecken. Die derzeitigen Platzprobleme lassen sich nicht mit Carsharing lösen, sondern mit ÖPNV und Radverkehr. Wie meine Vorredner bereits erwähnt haben, fahren Leute gerne mal eben mit einem geteilten Zweitwagen, den sie sonst nicht hätten. Elektroautos lösen das Problem genauso wenig. Ich sage damit nicht, dass Carsharing eine schlechte Idee ist. Es gibt viele Vorteile wie Erweiterung der intermodalen Mobilität, persönliche Kostenersparnis etc., je nachdem wie diese Autos genutzt werden. Eine Entlastung der Straßen darf man aber nur bei der Abkehr vom Auto erwarten. Danke an SZ-Bike für die vielen neuen Stationen, aber vergesst bitte nicht die Räder! Überall in Dresden fehlt es an Fahrrädern. Jeden Tag steht es in den Sternen, ob man eins vorfindet. Es ist leider deshalb bisher ein sehr unverlässliches System und täglich ein Kampf. Besonders schwierig kommt man an der Uni an ein Rad.

  5. Zoefahrer

    @ Raffi Elektroautos lösen viele Probleme: Sie machen kein Lärm und keine Abgase und sorgen für stressfreies und sichereres fahren! Carsharing und Laternenparker sind nur erste Schritte in Städten, wie Berlin und Leipzig. Auch das Fahrrad muss wieder mehr Bedeutung finden. Wir brauchen auch in Dresden keine wachsende SUV-Seuche mit Traktor-Reifen, sondern Leute, die sich über Mobilität Gedanken machen.... @all: statt nur zu meckern, sammelt Verbesserungsvorschläge!!!Wenn nichts getan wird, wird sich auch aufgeregt !!!! Alles Gute!!!

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