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Samstag, 23.01.2016

Umfrage zum Alkoholverbot

Grüne und SPD wollen das Ausschankverbot in der Äußeren Neustadt kippen. Die Linken befragen die Neustädter.

Von Sarah Grundmann

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© Symbolfoto: dpa

Seit 2007 darf im sogenannten Kneipenviertel zwischen Bischofsweg, Prießnitz-, Bautzner und Königsbrücker Straße freitags und sonnabends ab 22 Uhr kein Alkohol mehr außer Haus verkauft werden. Das Verbot spaltet Gegner und Befürworter seit Jahren in zwei Lager. Kürzlich haben SPD und Grüne einen Antrag an den Stadtrat gestellt, sie wollen das Ausschankverbot kippen. Doch was denken eigentlich die Neustädter selbst darüber? Auf diese Frage wünschen sich die Linken eine Antwort.

„Es gibt zwei Gruppen von Leuten, die das Verbot verärgert“, sagt Landtagsabgeordneter Jens Matthis (Linke). „Das sind zum Einen diejenigen, die zum Feiern in die Neustadt kommen und vielleicht nicht genug Geld haben, um ihre Getränke in der Kneipe zu kaufen.“ Zum anderen leiden aber auch die Spätshop-Besitzer darunter, dass sie am Wochenende ab 22 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen können. „Die haben es deswegen mit erheblichen Umsatzeinbußen zu tun“, so Matthis. Trotzdem könne man dem Antrag von Grünen und SPD nicht einfach so zustimmen. Denn laut Matthis gibt es ebenso mindestens zwei Gruppen, die sich über das Verbot freuen. Das seien zum einen die Kneipenbesitzer, die einen Teil des verlorenen Spätshop-Umsatzes für sich einstreichen. „Zum anderen sind es aber auch die Anwohner, die ein Interesse daran haben, dass nicht so viele Scherben rumliegen und der Lärm sich in Grenzen hält“, so Matthis. „Obwohl es natürlich streitbar ist, ob das Verbot dahingehend etwas bringt.“ Wie der Großteil der Anwohner darüber denkt, will die Partei nun herausfinden.

Deshalb hat sie Tausende Flyer angefertigt, die in der Neustadt verteilt werden. Darauf können sich Anwohner für oder gegen das Verbot aussprechen. Verbotsgegner können außerdem Anregungen für andere Verordnungen machen. „Wir wissen, dass die Umfrage nicht repräsentativ ist. Aber sie zeigt zumindest eine Tendenz“, so der Abgeordnete. Jetzt wollen er und seine Parteikollegen erst einmal abwarten, was bei der Umfrage herauskommt. Dann entscheiden sie, ob sie den Antrag von Grünen und SPD unterstützen oder Änderungen vornehmen.

Leser-Kommentare

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Insgesamt 17 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Rudolph Kunze

    Ist aber schon klar, das es auch viele Gastrobetreiber gibt, die knapp überm Existenzminimum krauchen und dem Ansinnen von Rot / Grün herzlich wenig Verständnis aufbringen können? Kein Spätshopbetreiber kümmert sich um leere Flaschen, dem daraus resultierenden "Abbauprodukt" Urin.., dafür sind die Gastronomen dann wieder gut genug.

  2. Hugo

    Die Grünen wollen mit den Roten saufen, bis sie blau sind! Prost Neustadt!

  3. Genau

    Das Foto zeigt Alles!! Dafür brauchen wir in dieser Stadt 4m breite Radwege und Zusatzgeländer auf historischen Brücken! Ansonsten finde ich diese genauso 'sinnvoll' wie alle anderen Polizeiverordnungen oder Satzungen, mit denen sich Recht und Gesetz so wunderbar leicht umgehen lassen. Sprich: Wer saufen will, besorgt sich das Zeug halt vorher oder woanders. Und warum müssen es in Deutschland unbedingt immer noch Glasflaschen sein?? Bier aus Büchse oder Plastikflasche schmeckt genauso gut oder schlecht - Alles Massenware!! Ach ja!! Unsere GRÜNEN wollen das ja so... !

  4. RB

    Vielleicht sollten die Pfandgebühren für Bierflaschen angehoben werden. Z.Zt. werfen viele die ausgetrunkenen Flaschen weg bzw. zerstören sie auf Gehwegen und Straßen, weil sich für sie die Rückgabe nicht lohnt. R.B.

  5. Neustädter

    @1.Rudolph Kunze: Hätten Sie den Artikel gelese wäre Ihnen sicher aufgefallen das dieser Aspekt bereits Erwähnung fand. Meine Frage wäre, ob die Gründe dafür möglicherweise auch in den örtlichen qm-Preisen zu suchen sein könnten und nicht evtl. die Stadt für das Vorhandensein öffentlicher Bedürfnisanstalten zuständig ist.

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